Akruetzel Nr. 235 vom 07.12.2006
"Copernifutsch
Warum der Senat Umweltschutz ablehnt
In der Senatssitzung am 21.November zeigte sich der Senat der FSU sehr erfreut über das Engagement des Arbeitskreises Nachhaltigkeit und wollte es dennoch nicht unterstützen
Vom Umweltreferat des StuRa war die Copernicus-Charta zur Diskussion vorgelegt worden, eine 1993 verfasste Selbstverpflichtungserklärung, mit der eine Universität die Bedeutung des nachhaltigkeit Umweltschutzes anerkennt und sich zu Handlungsprinzipien verpflichtet.
Die Charta wurde in Deutschland von mittlerweile 40 Hochschulen unterzeichnet. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hob bereits 2004 die Bedeutung der Copernicus-Charta für die langfristige Beschäftigung einer Hochschule mit Nachhaltigkeit hervor. Das Umweltreferat versuchte die Meinung der Studierenden zur Nachhaltigkeit und der Copernicus-Charta zu erfragen und hat mittlerweile über 2000 unterstützende Unterschriften gesammelt. Auch der StuRa entschied bei einer Sitzung einstimmig, die Charta zu unterstützen.
Der Senat überlegte nun am Dienstag, ob er die angedachten und bereits bestehenden Projekte durch die Unterzeichnung der Charta und Würdigung der Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Uni fördern solle. In der Diskussion wurde als Argument für die Charta vorgebracht, dass sie ein Zeichen sei, sowohl nach außen die Selbstverpflichtung der Uni zur Nachhaltigkeit als auch nach Innen die Unterstützung der einzelnen Projekte durch die Unileitung deutlich zu zeigen. So baten Vertreter des AK Nachhaltigkeit ausdrücklich um die Unterzeichnung der Charta. In dem Wissen, von der Universitätsleitung in ihrer Arbeit unterstützt zu werden, würde man sich weiter und mit vollem Engagement dem Arbeitskreis widmen zu können.
Als Hauptargument gegen die Unterzeichnung der Charta wurde jedoch vorgebracht, dass die Charta nur ein weiteres Dokument ohne Bedeutung -- ein Papiertiger -- sei und dass die Universität selbst schon mehr auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit unternommen habe als in der Charta gefordert werde.
Einige Senatoren wollten sich die Sache noch durch den Kopf gehen lassen. In der Abstimmung sprachen sich insgesamt mehr Senatoren für als gegen die Charta aus. Aufgrund der hohen Zahl an Enthaltungen kam es jedoch zu keinem Entschluss, was einer Ablehnung gleichkommt.
Möglicher Hintergrund könnte die Furcht davor sein, dass mit der Unterzeichnung des "Papiertigers" auch eine Verpflichtung folge, an der FSU Jena die Stelle eines Umweltkoordinators einzurichten, was in der Charta jedoch nicht gefordert wird. Weitere Informationen zur Charta und zum Thema Nachhaltigkeit sind unter www.umweltreferat-jena.de zu finden.
Robert, Umweltreferat"