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Leitung: Prof. Dr. Tilman Grune

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Geschichte
des Lehrstuhls für Ernährungstoxikologie
Die offizielle Etablierung des Lehrstuhls für Ernährungstoxikologie an
der Friedrich-Schiller-Universität Jena erfolgte im Jahr 1990. Prof. Dr.
agr. habil. Drs. h.c. Manfred Anke wurde als erster mit der
Geschäftsführung beauftragt. Manfred Anke gehörte
in dieser Disziplin zu den wenigen Spezialisten der Welt,
welche sich vor allem mit der Forschung über Mengen-,
Spuren- und Ultraspurenelemente - Toxizität und Essentialität,
Aufnahme, Verteilung, Metabolismus, Exkretion und Analytik
dieser Elemente beschäftigte. Die Mengen-, Spuren- und
Ultraspurenelemente prägten nicht nur die Arbeiten am
Lehrstuhl sondern auch die fachliche Ausrichtung der damaligen
Lehre. Insbesondere zu Erwähnen ist der Beitrag eines
am Lehrstuhl durchgeführten Projekts zur Evaluierung
des Bedarfs von 22 Mengen- und Spurenelementen der ostdeutschen
Bevölkerung, welches später als Grundlagen für
die von der World Health Organization, Food and Agriculture
Organization of the United Nations und International Atomic
Energy Agency (WHO, FAO und IAEA) ausgesprochenen Bedarfsempfehlungen
diente.
1996 ging Manfred Anke in den Ruhestand, woraufhin 1998 die
Neubesetzung des Lehrstuhls für Ernährungstoxikologie
durch Frau Prof. Dr. rer. nat. habil Beatrice Louise Pool-Zobel
stattfand. Durch die Berufung, der aus Heidelberg stammenden
Professorin, bekam die Ernährungstoxikologie ein neues
Profil mit stärkerer Betonung des molekularbiologischen
Bereichs. Wesentliche Forschungsfelder wurden die Zusammenhänge
einzelner Ernährungsfaktoren und die Ursachen der Krebsentstehung
sowie die Aufklärung molekularer Wirkmechanismen der
Chemoprotektion/Krebsprävention durch sekundäre
Pflanzenstoffe. Durch das Engagement von Frau Pool-Zobel wurde
die Universität Jena zum Austragungsort vieler nationaler
und internationaler Fachtagungen auf diesem Gebiet. Im Alter
von 59 Jahren verstarb Frau Prof. Pool Zobel am 13.Mai 2008
unerwartet an einem Krebsleiden.
Nach zwei jähriger Vertretung der Professur durch PD
Dr. Michael Glei kam es im Juni 2010 zur Neubesetzung des
Lehrstuhls durch Prof. Dr. med. Tilman Grune. Durch die Neuberufung
wurde das schon bestehende Forschungsprofil erweitert. Während
sich die Arbeitsgruppe von PD Dr. Glei weiterhin mit den ernährungsbedingten
Konsequenzen von Nahrungsinhaltsstoffen auf die Darmwand und
die Entstehung von Kolonkrebs auseinandersetzt, befasst sich
die Arbeitsgruppe von Prof. Grune mit der biologischen Konsequenz
von Proteinschäden. Untersuchungen zur Beeinflussung
von Alterungserscheinungen durch Ernährungsfaktoren ergänzen
das Spektrum.
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