|
Die Institute
für Erziehungswissenschaften sowie für Bildung und Kultur
sind bestrebt, internationale und interkulturelle Beziehungen zu
pflegen, diese in die Forschung und Lehre einzubringen und ein
möglichst weltoffenes Arbeits-, Lern- und Lebensmilieu zu
schaffen. In diesem Bestreben fühlen sich die Institute auch durch
Fachtraditionen am Ort, so z.B. durch die Internationalität des
bedeutenden Pädagogen Wilhelm Rein (1847-1929), bestätigt,
der mit Pädagogen aus aller Welt Kontakt hielt und als Mittler
internationaler Modelle und Anregungen in Theorie und Praxis der
deutschen Pädagogik wirkte. Heute können beide Institut auch
auf internationale Beziehungen aufbauen, die hier in den letzten
Jahrzehnten mit Universitäten aus Mittel- und Osteuropa angebahnt
und gepflegt worden sind. Hinzu kommen neue Verbindungen nach
Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen sowie den USA und
China. Ein Zeichen für die günstigen internationalen
Voraussetzungen der Neuentwicklung nach 1989 kann u.a. bereits darin
gesehen werden, dass bei der Neugründung des Instituts für
Erziehungswissenschaft am 8. November 1993 auch Wissenschaftler aus dem
Ausland (Weißrussland, Slowakische Republik, Ungarn und Norwegen)
anwesend waren.
Beide Institute bemühen sich um eine Internationalisierung der
Studentenschaft (vgl. dazu auch die Seite Studieren im Ausland) und - ansatzweise - des
Lehrkörpers. Neben den ERASMUS-Studierenden studieren bzw.
studierten an den Instituten auch Studierende und Doktoranden
nichteuropäischer Länder, darunter eine graduierte
Stipendiatin aus Taiwan und ein Doktorand aus Moçambique. Jenaer
Studierende der Erziehungswissenschaften hatten immer wieder
Gelegenheit zu Studienaufenthalten sowie auch zu Praktikumsaufenthalten
im Ausland, durch die ihre Ausbildung interkulturell erweitert und
fachlich differenziert wird.
In den letzten Jahren hatte insbesondere das Institut für
Erziehungswissenschaft zahlreiche ausländische Besucher, die als
einzelne Wissenschaftler, in Gruppen oder auch mit Studentengruppen
nach Jena gekommen sind, um sich über die neuen Entwicklungen vor
Ort zu informieren. Durch Vorträge, Kolloquien und
Forschungsberichte haben die Besucher aus verschiedenen Ländern
(darunter aus den USA, den Niederlanden, Großbritannien,
Österreich, Südkorea, Japan, Dänemark, Ungarn und
Albanien) zum wissenschaftlichen und geselligen Leben am Institut
beigetragen. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung hat für einen
Experten für Vergleichende Erziehungswissenschaft aus Korea -
Prof. Dr. Kyu Hwan Lee von der 'Ewha Womanïs University' in Seoul
- im Mai 1995 einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt in Jena
gefördert.
Hervorzuheben ist auch der Aufenthalt von Prof. Dr. Suresh Ghosh aus
New Delhi, Indien, der im SS 2000 und im WS 2000/2001
Lehrveranstaltungen zu Bildung und Kultur heute sowie in der Geschichte
Indiens anbot.
Außerdem werden immer wieder auch Lehraufträge an
ausländische Experten vergeben, so z.B. im Bereich
derErwachsenenbildung an Professoren aus Großbritannien. Mehrere
Forschungsprojekte haben ausländische Kooperationspartner, und
Mitglieder des Instituts publizieren über Fragen der
internationalen und interkulturellen Bildung sowie über
auslandspädagogische und vergleichende Themen, teils im Inland,
teils auch im Ausland. Wissenschaftler unserer Institute informieren
sich regelmäßig auch in Kontakt- und Forschungsreisen
über die Entwicklung der Erziehungswissenschaften in anderen
Ländern.
Erwähnung muss auch die seit Jahren gepflegte und immer weiter
elaborierte Zusammenarbeit von Studierenden aus Jena, Budapest und
Kraków finden. Diese wird im wesentlichen über eine
Internetplattform betrieben, die gemeinschaftliche studentische
Lehrforschung auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung über die
Ländergrenzen hinweg ermöglicht.
Im Zuge der zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung der
Kommunikation, der Wissenschaft, der Arbeitsmärkte und der
Lebensverhältnisse sehen die Institute eine besondere Aufgabe in
einem weiteren Ausbau der Internationalität von Lehre, Forschung
und Fortbildung in der Jenaer Erziehungswissenschaft.
|