Solon

Bild von web.dkm.cz/antika/solon.htm

Wenn man die Geschichte Athens auf dem Weg zur Demokratie erzählen möchte, beginnt man meist bei Solon. Den athenischen Zeitgenossen galt er als der Begründer des demokratischen Gedankens. Die heutigen Gelehrten sind sich einig, dass es nicht Solon war, der die Demokratie „erfunden“ hat. Die Demokratie ist ein Nebenprodukt der Außenpolitik Athens, in der sich die gesamte Bürgerschaft inklusive der Unbemittelten gegen die Perser erfolgreich zur Wehr setzte. Trotzdem hat Solon wichtige Weichenstellungen für die Entwicklung hin zur Demokratie getroffen. Der athenische Staatsmann (um 640 bis 560 v. Chr.) reformierte das Finanzwesen, vereinheitlichte Maße und Gewichte, teilte die Bevölkerung in Zensusklassen ein und setzt einen Schuldenerlass durch. In Zeiten der wirtschaftlichen und sozialen Krise stellte er einen Ausgleich zwischen den Adeligen und den Schuld geratenen Bauern her. Bedeutend ist die Einrichtung der so genannten Timokratie. Von nun an war der Besitz Grundlage und Voraussetzung für politische Rechte, nicht mehr die adelige Herkunft und Zugehörigkeit zu bestimmten Familiengeschlechtern. Dazu wurde die Bevölkerung in vier Vermögensklassen eingeteilt und den einzelnen Klassen ihrem Vermögend entsprechend politische Rechte und Pflichten zugeteilt. Das Maß der Dinge waren die jährlichen Ernteeinträge. Den wenig Besitzenden in der vierten Vermögensklasse war der Zugang zu wichtigen Ämter zwar verwehrt, jedoch konnten sie an der Volksversammlung teilnehmen. Insgesamt ist der Kreis derer, die politisches Mitspracherecht besaßen, größer geworden. Die Athener waren von nun an für das Funktionieren der Stadt selbst verantwortlich. Das Prinzip der Gleichheit kam für Solon allerdings nicht in Frage, dies stellte für ihn ein Gräuel dar. Darüber hinaus hat Solon auch neue Institution geschaffen: das Volksgericht und vermutlich auch den Rat der 400. Die Gesetze wurden auf Tafeln geschrieben, öffentlich aufgestellt und sollten laut Solon 100 Jahre Gültigkeit besitzen.

 

Welche Idee könnte hinter der Verknüpfung politischer Rechte und Vermögen stecken? Bedenke dabei, dass es ähnliche Formen noch vor 250 Jahren auch in Deutschland zum Beispiel mit dem preußischen Dreiklassenwahlrecht  gab.

 

[Home] [zum Dialog] [Institutionen] [Bevölkerung] [Karten] [Zeitleiste] [Persönlichkeiten] [Solon] [Kleistenes] [Perikles] [Quellen] [Quiz] [Lehrerhinweise] [Literatur&Links] [Impressum]