Leber und Galle

Die Leber, als grösste exokrine Drüse, ist das zentrale Organ des Intermediärstoffwechsels im Organismus und übernimmt wichtige Funktionen bei der Entgiftung, Inaktivierung und Ausscheidung körpereigener und körperfremder Substanzen. Als Teilorgan des Retikuloendothelialen Systems nimmt sie weiterhin an den Abwehr- und Filterfunktionen des Organismus teil. In der Schwangerschaft ist die Leber des entstehenden Kindes an der Blutbildung des Embryos massgeblich beteiligt.

Anatomie der Leber und der Gallenwege:
Die Leber ist ca.1500g schwer und liegt unter der rechten Zwerchfellkuppel. Der untere Leberrand zieht vom rechten 9. Rippenbogen schräg aufsteigend durch die mittlere Oberbauchregion bis zum linken7. Rippenknorpel. Sie liegt der vorderen Bauchwand direkt an. Die obere und hintere Fläche grenzt direkt an das Zwerchfell und ist teilweise mit ihr verwachsen. Die Leber ist in zwei ungleich grosse Lappen unterteilt:
   Lobus dexter: grösserer rechter Lappen
   Lobus sinister: kleinerer linker Lappen.
Die Grenze zwischen diesen beiden Lappen wird durch eine Duplikatur des Bauchfells makiert. Der übrige Teil der Leberoberfläche ist vom Bauchfell überzogen. Am unteren Leberrand geht die konvexe Fläche in eine untere, leicht konkave Fläche über, die mit den benachbarten Baucheingeweiden in direkten Kontakt tritt. An der konkaven Unterseite treten an der Leberforte zwei zuführende Blutgefässe in das Organ ein: die Leberarterie (A. hepatica) und die Pfordader (V. portae). Weiterhin verlassen hier die beiden Lebergallengänge (Ductus hepatici) das Leberorgan.
Leber

Blutversorgung der Leber:
Die Versorgung erfolgt zu 75% durch die Pfortader, während die arterielle Zufuhr nur 25% des Blutbedarfes deckt. Das Pfortaderblut ist venöses Blut aus dem Bereich des Magens, des Dünndarms, des Dickdarms, des oberen Drittels des Mastdarms, der Bauchspeicheldrüse und der Milz. Es ist mit Abbauprodukten der Kohlenhydrate und Eiweisse, mit Fettsäuren und mit Abbauprodukten der Milz angereichert. Das Blut der Leberarterie und der Pfordader gelangen über die Kapilaren in die Venen, deren Blut in die untere Hohlvene fliesst.

Anatomie der Gallenwege und der Gallenblase:
Gallenwege: An der Leberpforte beginnen mit den beiden Ductus hepatici die extrahepatischen Gallenwege. Die beiden Lebergallengänge vereinigen sich in der Nähe der Leberpforte zum 4-6cm langen Ductus hepaticus communis. Dieser vereinigt sich mit dem Ductus cysticus der Gallenblase zum Ductus choledochus, welcher häufig zusammen mit dem Ausführgang der Bauchspeicheldrüse in den absteigenden Schenkel des Zwölffingerdarms endet. Der gemeinsame Gang wird gegen den Darm durch den aus glatter Muskulatur bestehenden Sphinkter Oddi abgeschlossen.
Gallenwege

Gallenblase (Vesica fellea):
Ist ein birnenförmiges bis sackförmiges, dünnwandiges Organ mit einer Länge von 8-12cm und einer Breite von 4-5 cm, welches im Nebenschluss der extrahepatischen Gallenwege liegt. Man unterteilt die Gallenblase in:
Hals (Collum)
Körper (Corpus)
Gallenblasengrund (Fundus)

Menge und Zusammensetzung der Lebergalle:
Die tägliche Gallenproduktion liegt bei 600-800ml. Die Galle ist dem Blutplasma annähernd isoton, ihr pH- Wert beträgt 7,4-8,5. Die wesentlichen organischen Verbindungen sind:
Gallensäure
Gallenfarbstoffe
Cholesterin
Phospholipide (vorwiegend Lecithin9
Zahlreiche Enzyme (z.B.: alkalische Phosphatase)



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