Resorption von Wasser und Elektrolyten

 

 

Die Wasserresorption erfolgt im Dünndarm. Durchschnittlich werden 9 Liter/Tag Flüssigkeit in den Gastrointestinaltrakt eingeleitet. Der kleinere Teil, etwa 2 Liter/Tag, stammen aus der Zufuhr von Speisen und Getränken, der größere Teil, ca. 7 Liter/Tag gelangen durch die Sekrete der Speicheldrüsen, des Magens, der Leber, des Pankreas und des Dünndarms hinein.

 

Von dieser zugeführten Flüssigkeit werden ca. 99% im Dünndarm oder im Dickdarm resorbiert. Der Rest gelangt mit dem Stuhl zur Ausscheidung.

 

Die stärkste Wasserresorption findet im Dünndarm statt. Dabei handelt es sich um einen passiven Transport aufgrund der entstehenden osmotischen Gradienten für Elektrolyte und Nichtelektrolyte. Hierbei hält der Wasserstrom solange an, bis das osmotische Gefälle mit der Umgebung abgebaut ist. Da das Dünndarmepithel nach beiden Seiten Wasserdurchlässig ist, ist der Inhalt des Dünndarms und zum größten Teil auch des Dickdarms isoton zum Blutplasma.

Sobald die Osmolarität vom Blut abweicht, erfolgt im Duodenum ein Ausgleich:

v    Ist der Darminhalt hyperosmolar, so strömt Wasser in das Darmlumen.

v    Ist der Darminhalt hypoosmolar, wird Wasser aus dem Darm resorbier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natriumresorption im Dünndarm:

Für die normale Funktion des Dünndarms ist die Natriumresoption von großer Bedeutung. Sie sind zum Beispiel an aktiven Transporten beteiligt. Die Natriumionenresorption erfolgt durch aktive und passive Transportvorgänge der Dünndarmmukosa.

 

Der aktive transzelluläre Na+- Transport wird durch eine in der basolateralen Membran lokalisierte 3Na+/ 2K+-  

ATPasen angetrieben. Die damit verbundene Konzentrationsabnahme der Na+ Ionen im Enterozyten führt zu einem passiven Na+- Einstrom durch die luminale Zellmembran.

Je nach der Eigenschaft der Membran kann dieser Transport elektrogen (ohne Partner oder als Kotransport) oder elektroneutral (Aufnahme mit Cl-).

 

Der passive parazelluläre Na+- Transport wird durch die aktive Natriumresorption ausgelöst. Sie führt aus osmotischen Gründen zu einem parazellulären Wasserstrom, mit dem weitere Na+-Ionen mitgerissen werden und so aus dem Lumen in das Interstitium gelangen.

 

 

Resorption von Kalium, Chlorid und Bicarbonat im Dünndarm:

- Der Kaliumtransport erfolgt hauptsächlich durch Diffusion aus dem Lumen in die Schleimhäute.

- Die Chloridresorption ist im Jejunum ebenfalls passiv, aber im Ileum  aktiv, aufgrund des elektroneutralen

  NaCl-   Transportes.

- Bicarbonat wird im oberen Dünndarm durch die Brunnerschen Drüsen und im Ileum durch den Gegentransport in

  das Lumen sezerniert.

 

 

Calcium- und Magnesiumresorption:     

- Calciumionen werden vor allem im oberen Dünndarm resorbiert, bei niedriger Konzentration aktiv, in höheren

  Konzentrationen aktiv und passiv. Bei dem aktiven Transport ist an der Aufnahme in die Enterozyten ein Ca2+-

  bindendes Protein, an der Ausschleusung aus der Epithelzelle eine Calcium- ATPase beteiligt. Das Ausmaß der

  Calcumresorption wird dabei durch Parathormon geregelt.

- Magnesium wird über den gesammten Dünndarm aufgenommen. Die Resorption erfolgt wahrscheinlich passiv.

 

Eisenresorption:

- Eisen wird sowohl in der zweiwertigen, als auch in der dreiwertigen Form im oberen Dünndarm aufgenommen.

  Dabei handelt es sich um einen aktiven Transport. Die Eisenresorption ist dabei an die Bedürfnisse des Organismus

  angepasst. Dabei ist im Falle eines Eisenmangels eine hohe Resorptionsquote (20% des Nahrungseisens)

  gewährleistet und bei geringem Eisenbedarf die Resoption reduziert (max. 10%).