Der Stadtspaziergang


Collegium Jenense

Das Gebäude des heutigen Instituts für Anatomie, welches 1286 von dem Herrn von Lobde gebaut wurde, war ursprünglich ein Dominikanerkloster. Das Kloster aber wurde schon 1525 aufgelöst, aber erst 1548 zogen die letzten Mönche gegen Zahlung einer Jahrkost aus.

Zunächst zog das Gymnasium academicus ein. 10 Jahre später wurde dies zur Universität Jena. Damals beherbergten die Gewölbe Jahrhunderte lang die Universitätsbibliothek im ehemaligen Refektorium der Mönche.

Das Erdgeschoss des Südflügels beherbergten 1549 zwei hintereinander liegenden Räume im Collegium die Bibliothek. Über diesen Räumen befanden sich die Hörsäle der Theologie und Medizin. Der Grundstock der Bibliothek war die kurfürstliche Bibliothek, die sich bis Mitte des 16. Jahrhunderts in Weimar befand.

Die Bücher wurden auf Pulte gelegt und dort angekettet. Aber schon 1684 wurde die Bibliothek umgebaut und die Bücher befanden sich in Regalen, die zum Teil verschlossen werden konnten. Die Räume bekamen Arbeitstische und Stühle; ein Luxus, den es damals nur selten gab, war, dass die Räume beheizbar waren. Schon ab diesem Zeitpunkt war die Nutzung nicht nur durch Professoren, sondern auch für Studenten möglich. Dies war zum Beispiel in Leipzig erst 1714 möglich.

Im Laufe der Jahrhunderte erwarb die Universität mehrere Buchbestände, darunter den von Johann Andreas Bose. Bose war 1656 Prof. für Geschichte und Begründer der Jenaer Staatsrechtsschule, die noch heute gültige Gliederung der Weltgeschichte in Altertum, Mittelalter und Neuzeit geht auf ihn zurück.

Außerdem konnte die Jenaer Bibliothek zwischen 1650 und 1730 fünf große Privatbibliotheken erwerben; darunter die von Christian Buder mit 17.000 Einzelstücken.

Nun mussten Räume außerhalb des Collegiums angemietet werden. 1870 hatte die Oberaufsicht Johann Wolfgang von Goethe.

Er nahm eine Neuordnung des Bücherbestands vor. Er ließ die alte Stadtmauer abreißen, um den Räumen mehr Licht und Luft zu geben und dem Schimmelproblem Herr zu werden.

Heute befindet sich das Institut für Anatomie im Collegium Jenensis.

 

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