Die Pädagogen

 

„Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852)

"Die Kleinstaaterei verhindert Deutschlands Größe auf dem Erdenrund. Wer seinen Kindern die französische Sprache lehren lässt, ist ein Irrender, wer darin beharrt, sündigt gegen den heiligen Geist. Wenn er aber seinen Töchtern französisch lehren lässt, ist das ebenso gut, als wenn er ihnen Hurerei lehren lässt. Polen, Franzosen, Pfaffen, Junker und Juden sind Deutschlands Unglück."

Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August 1778 in Lanz geboren und ist am 15. Oktober 1852 in Freyburg an der Unstrut gestorben.

Der Sohn eines Pfarrers wurde zuerst vom Vater unterrichtet. Ab 1791 besuchte er das Gymnasium Salzwedel und 1794 das Berlinische Gymnasium, welches er ohne Abschluss verlässt. 1804 ging Jahn als Privatlehrer nach vielen erfolglosen Studienjahren, unter anderem in Halle und Leipzig, nach Jena.

1807 traf er Johann Christoph Friedrich Guts Muths in Schnepfenthal, dem er Impulse für das Turnen in Deutschland verdankt. Jahn entwickelte das Turnen weiter zur „patriotischen Erziehung zur Vorbereitung auf den Befreiungskrieg”. Jahn sah die Entwicklung des Turnens in engem Zusammenhang mit politischen Zielen: die Befreiung Deutschlands von Napoleonischer Herrschaft, die Idee eines künftigen deutschen Reiches unter preußischer Führung und die Teilnahme der einzelnen Staatsbürger am Wohl und Weh des Ganzen. Auch das Turnen ordnete er politischen Gesichtspunkten unter. Jahn wollte die Jugend für den Kampf gegen Frankreich trainieren.

In engem Bezug zum Turnwesen stand auch die Bewegung der Burschenschaften. Sie und die Turner verfolgten im Grunde die gleichen politischen Ziele. Allerdings gab es auch kleine Gruppierungen, die sich von diesen Zielsetzungen abhoben. Hier zeigte sich die Spaltung in eine demokratische und eine nationalliberale Richtung des deutschen Liberalismus an. Am 12. Juni 1815 wurde die Deutsche Burschenschaft in Jena gegründet.

Am 18./19. Oktober 1817 fand auf Jahns Initiative als Höhepunkt der Turnbewegung in Deutschland (mit über 100 Turnplätzen allein in Preußen) das Wartburgfest mit der ersten neuzeitlichen Bücherverbrennung im deutschsprachigen Raum statt. Jahn selbst stellte die Liste der Bücher zusammen, sein Schüler Hans Ferdinand Maßmann initiierte die Aktion.

1852 starb Jahn in Freyburg/Unstrut. Dort wurde er an der Stirnseite der ersten deutschen Turnhalle beigesetzt.

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