Die Pädagogen

 

Hermann Lietz (1868-1919)

Hermann Lietz, 1868 auf Rügen geboren, war das Kind eines Landwirtes. Der Umgang mit den Tieren und das Aufwachsen in der Natur haben ihn nachhaltig geprägt. Zur Schule ging er auf Gymnasien in den Hansestädten Greifswald und Stralsund.

1888 nahm Lietz das Studium der Theologie, Philosophie, Geschichte und Germanistik in Halle auf und führte dieses 1891/ 1892 in Jena zu Ende. Anschließend promovierte er zum Dr. phil.. Während seines Studiums setzte er sich mit Paul de Lagarde auseinander, der lebenslang sein Vorbild blieb.

Seit 1892 als Lehrer tätig, befasste er sich zunehmend mit Reformfragen der Pädagogik, die durch einen Aufenthalt bei Cecil Reddie in Abbotsholme 1896/97 reiften. Daraus folgte 1898 die Gründung des Landerziehungsheims in Ilsenburg (Harz), weitere in Haubinda ( Thüringen) ( 1901; Hermann-Lietz-Schule Haubinda) und Schloss Bieberstein (Hessen) ( 1904; Hermann-Lietz-Schule Bieberstein) folgten. Weil seine Landerziehungsheime vorzugsweise von Kindern aus reichem Elternhaus besucht wurden, entschloss er sich 1914 zur Gründung eines Landwaisenheimes in Veckenstedt. Weitere Schulen im Schloss Buchenau sowie im Schloss Hohenwehrda ( Hermann-Lietz-Schule Hohenwehrda) folgten.

Lietz ist der Begründer der deutschen Landerziehungsheime. Weitere werden später von Gustav Wyneken, Paul Geheeb und Kurt Hahn gegründet. Der Ausgangspunkt der Landerziehungsheime ist die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft.

1919 starb Hermann Lietz in Haubinda. Er war ein Verfechter der getrennt-geschlechtlichen Erziehung, jedoch wurden die von ihm gegründeten Heime später koedukativ. Seine Reformpädagogik lebt bis heute in etlichen Hermann-Lietz-Schulen fort.

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