Die Pädagogen

 

Herman Nohl (1879-1960)

Herman Nohl wurde am 7.Oktober 1879 in Berlin geboren. Er stammte aus einer bürgerlichen Familie.

Im Zeitraum von 1898 bis zum Frühjahr 1904 studierte Herman Nohl Geisteswissenschaften in Berlin. Anfänglich wollte er Medizin studieren, wurde jedoch von der Anatomie abgeschreckt. Nohl entschied sich 1902 eine Dissertation über Sokrates zu schreiben und dachte über die Möglichkeit der Habilitation nach. Er wurde währenddessen von dem Philosophen Wilhelm Dilthey betreut, der ihn stark beeinflusste.

1905 heiratete er Bertha Oser. Im Herbst 1907 ging er mit seiner jungen Familie nach Jena. Dort habilitierte er mit seiner Arbeit über Die Weltanschauungen der Malerei. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges verweilte Nohl in Jena und machte Erfahrungen mit den Jenaer Jugendbewegungen.

Er verbrachte die Kriegszeit im ersten Weltkrieg als Teil der Besatzungsarmee in Gent. Aufgrund einer Knieverletzung und seiner Kurzsichtigkeit wurden ihm jedoch hauptsächlich Verwaltungsaufgaben übertragen. Nach dem Ende des Krieges kehrte Nohl schließlich nach Jena zurück und widmete sich nun der Volkspädagogik zu.

1919 wurde Herman Nohl an die Universität Göttingen berufen und belegte den außerordentlichen Lehrstuhl für Philosophie. Am 1. Januar 1920 begann er seine Arbeit als ordentlicher Professor für praktische Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Pädagogik. Wichtig für seine pädagogischen Tätigkeiten war die Mitherausgabe des Handbuches der Pädagogik (vier Bände 1928 - 1933). Im April 1937 wurde Herman Nohl aus seinem Amt als Universitätsprofessor entlassen.

Die Zeit des zweiten Weltkrieges brachte für Herman Nohl viele negative Erfahrungen mit sich. Das Kriegsende erlebte er im Lippoldsberger Landheim, in dem auch vier weitere Familien Zuflucht suchten.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nohl von der britischen Besatzungsbehörde erlaubt, in verschiedenen pädagogischen Bereichen beim Wiederaufbau mitzuhelfen. Herman Nohl wurde auch Dekan seines Fachbereiches, sogar das Rektorat wurde ihm angeboten, was er allerdings ablehnte. Als Dekan half er auch bei der Entnazifizierung der Universität mit.

1945 brachte Nohl das Institut für Erziehung und Unterricht hervor. Die letzten Jahre seines Lebens war Herman Nohl mehrfach krank und verstarb schließlich am 27. September 1960 in seinem Haus am Hohen Weg in Göttingen.

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