Die Pädagogen


Adolf Reichwein (1898-1944)


Adolf Reichwein wurde am 30.10.1898 in Bad Ems geboren.

Nach seiner Teilnahme am ersten Weltkrieg, in dem er schwer verwundet wurde, studierte er neben Volkswirtschaft und Soziologie auch die deutsche Geschichte, deutsche Sprache und deutsche Kunst an den Universitäten in Frankfurt am Main und Marburg.

1924 kam Reichwein nach Jena und übernahm mit Berlepsch–Verlanda die Geschäftsführung des Volkshochschulwesens in Thüringen. Flitner hat die Leitung der VHS Jena am 01.10.1925 an Reichwein übergeben. Reichwein führte mehrere Änderungen ein. Er schaffte zum Beispiel Vorträge ab und führte stattdessen AGs ein. Außerdem verstärkte er die Jugendarbeit und führte Sonderkurse für Arbeitslose ein.
Außerdem baute er ein Jungarbeiterwohnheim am Beutenberg auf und schuf eine Wirtschaftsschule, vor allem für Gewerkschaftler.

Von 1930 bis 1933 war er Professor an der neu gegründeten Pädagogischen Akademie Halle (Saale). Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde er aus politischen Gründen entlassen und als Volksschullehrer nach Tiefensee in Brandenburg versetzt, wo er bis 1939 viel beachtete Unterrichtsversuche im Sinne der Reformpädagogik und speziell der Arbeitspädagogik durchführte.

Reichwein beschrieb 1937 in seinem Werk „Schaffendes Schulvolk“ sein von der Wandervogelbewegung und Arbeitsschulpädagogik geprägtes Unterrichtskonzept mit Schwerpunkt in Fahrten, handlungsorientiertem Unterricht mit Schulgarten und jahrgangsübergreifenden Vorhaben. Für den Sachunterricht und seine Geschichte hat er dabei wichtige historische Dokumente geliefert. Reichwein teilte die Unterrichtsinhalte in einen Sommerkreis (Natur- und Weltkunde) und Winterkreis (Mensch „als Gestalter“/„in seiner Landschaft“) ein.

Ab 1939 war Reichwein am Museum für Volkskunde in Berlin museumspädagogisch tätig. Er schuf an der Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) viele Unterrichtsfilme.

Reichwein gehörte als Mitglied des Kreisauer Kreises zum Widerstand gegen Hitler und war als Kultusministerkandidat im Falle eines erfolgreichen Umsturzes des Hitlerregimes vorgesehen. Anfang Juli 1944 wurde Reichwein von der Gestapo verhaftet und nach einem Prozess unter Roland Freisler vor dem Volksgerichtshof hingerichtet.

Medienpädagogik: Reichwein setzte als erster Lehrfilme im Unterricht ein.
Museumspädagogik: Die Museumspädagogik wurde während seiner Zeit am Berliner Museum für deutsche Volkskunde entwickelt. „Museum und Schule“, dieses Konzept ist bis heute aktuell.

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