Der Stadtspaziergang


Das Universitätshauptgebäude
Kurze Universitätsgeschichte

Im Jahre 1548 gründete Johann Friedrich I. (der Gutmütige) die „Hohe Schule“ um protestantische Geistliche und Lehrer ausbilden zu lassen. Dazu wurde ein ehemaliges Dominikanerkloster St. Maria und St. Paul, das im Zuge der Reformation 1525 säkularisiert worden war, genutzt.

1558 wurden die kaiserlichen Universitätsprivileg anerkannt. Drei Jahre später fand die Einweihung des Universitätsgebäudes am Fürstengraben, welches jedoch bald den steigenden Anforderungen nicht mehr genügte, statt. 1905 wird das alte Schloss abgerissen, auf dem Grundstück wird das neue Universitätsgebäude gebaut (Architekt Theodor Fischer (1861-1947). Am 01.08.1908 wurde das neue Universitätsgebäude zum 350-jährigen Bestehen der Universität eingeweiht. Im Jahre 1934 wurde der thüringischen Landesuniversität zu Schillers 175. Geburtstag der Name Friedrich-Schiller-Universität verliehen. Nach 1989 wurden alle Lehrkräfte evaluiert und aus den ehemaligen Sektionen entstanden zehn Fakultäten.

Die Inneneinrichtung des Universitätsgebäudes

1. Die Aula

Die stattliche Aula bildet den Mittelpunkt des Gesamtkomplexes und trennt zwei ungleiche Höfe voneinander, die von dem großen Hauptgebäude umrahmt werden. Sie war ursprünglich doppelt so hoch und an die ehemalige Collegienkirche angelehnt. Ein Bild von dem Prinzen Ernst von Meiningen, welches Johann Friedrich I. zeigt, hing an der Stirnseite der Aula (bis 1950) und an der rechten Wand hängen die vier Nutritoren der Universität.

2. Ferdinand Hodlers Bild

Am 14.09.1909 wurde das Monumentalgemälde „Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813“ der Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar überreicht. Das Gemälde stammt von dem Genfer Ferdinand Hodler, der zu den führenden Vertretern des europäischen Symbolismus zählte, und wurde für eine Wand im Ostflügel des Gebäudes, dieser befindet sich oberhalb des Archäologischen Museums, gemalt. Als Hodler 1914 in einer Schweizer Zeitschrift einen Protest gegen die Beschießung der Kathedrale von Reims durch deutsche Truppen mit unterschrieb, wurde er als „Deutschfeind“ und seine Kunst als „wertlos“ beschimpft. Ernst Haeckel ließ das Bild vernageln. Es sollte aus der Uni und entfernt und verkauft werden.

3. Porträts ausgewählter ehemaliger Professoren

Es gibt verschiedene Porträts von ehemaligen Professoren im Universitätshauptgebäude (UHG) zu besichtigen. Zum Beispiel eines von Erhard Weigel (1625-1699), welcher Mathematiker, Astronom, Philosoph und Pädagoge, Lehrer von Leibniz und ein Begründer des naturwissenschaftlichen Denkens war. Zudem sind dort Ernst Haeckel (1834-1919), welcher als Zoologe tätig war, und Karl August von Hase (1800-1890), der Kirchenhistoriker (mein Name ist Hase, ich weiß von nichts...) kunstvoll dargestellt.

4. Foyer der Aula

Es gab einen Schriftzug über der Aulatür in goldenen Lettern mit einem Zitat von Schiller: „Nur dem Ernst, den keine Mühe bleichet rauscht der Wahrheit tief versteckter Born“ aus Schillers Werk „Das Ideal und das Leben“. Das Zitat wurde 1908 angebracht, als noch nicht gewusst werden konnte, dass Schiller einmal Namensgeber der Universität werden würde.
Im Foyer befinden sich auch Gedenkplatten, auf welchen die Stifter der Universität, welche zumeist Nutritoren und Privatleute waren, geehrt werden.

5. Senatssaal mit Bronzeplastik

Am 20.06.1906 traf die Plastik „Minerva mit Helm“ von August Rodin, der 1905 zum Jenaer Ehrendoktor gewählt wurde, ein. Minerva ist die römische Göttin für die griechische Athena, welche Göttin des Handwerks, der Weisheit und der schönen Künste ist. Die Bronzeplastik schmückt den Senatssaal.

6. Die Außenanlage des Universitätsgebäudes mit den vier Gründungsfakultäten

Das Universitätshauptgebäude wurde 1908 durch den Architekten Theodor Fischer in den Grundformen des niedergelegten Großherzoglichen Schlosses errichtet und mit den Fakultätsfiguren von Adolf Brütt versehen. Die vier Gründungsfakultäten sind die Philosophie, die Medizin, die Theologie und das Recht.

Foto: Aryeh Oron

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