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Kleinste Herzströme werden messbar

Uni-Klinikum baut neues Biomagnetisches Zentrum auf

Mit Metallplatten aus einer weichen Eisen-Nickel-Legierung verkleiden italienische Experten die Spezialkammer, die fast vollständig gegen elektromagnetische Felder abgeschirmt ist.
Eines der europaweit modernsten Biomagnetischen Zentren baut die Universität Jena derzeit am Standort des neuen Klinikums in Jena-Lobeda auf. Kernstück ist eine rund zwölf Quadratmeter große Laborkammer, die mittels zentimeterdicker Platten aus einer Spezial-Eisenlegierung gegen elektromagnetische Störquellen von der Außenwelt abgeschirmt wird. Darin erhält ein neuartiges Magnetokardiographie-Gerät seinen Platz, das mit seinen 300 – statt der bisher üblichen 31 – Kanälen als das derzeit weltweit modernste gilt.
Damit wird es erstmals möglich, kleinste Magnetfelder über drei Sensoren pro Messpunkt vektoriell für eine so große Anzahl von Kanälen darzustellen, das heißt: feinste elektrische Ströme in ihrem Verlauf und ihrer Flussrichtung darzustellen. Gerät und Kammer kosten rund drei Millionen Mark.
Glühbirnen dürfen nicht stören
Die Jenaer Wissenschaftler, die seit einigen Jahren in der Magnetokardiographie mit einem Vorläufergerät arbeiten, benutzen diese Technik für die Diagnostik bei schwer herzkranken Patienten sowie in der neurologischen und neurochirurgischen Grundlagenforschung.
„Der Herzschlag wird durch ein fein verästeltes Nervensystem gesteuert“, erklärt Dr.-Ing. Jens Haueisen, der Leiter des Biomagnetischen Zentrums. „Seine elektrischen Impulse verursachen kleinste Magnetfelder im Pico-Tesla-Bereich, die wir mit unserem Gerät messen können.“ Jedes elektrische Haushaltsgerät – schon eine einfache Glühbirne – erzeugt im Betrieb eine Million mal stärkere Felder. Diese Störquellen schirmt aber die Spezialkammer ab; selbst das Magnetfeld der Erde hat auf die Messungen nur noch einen minimalen Einfluss.
Schon 250 Patienten im Jahr
„Die Untersuchung geschieht für den Patienten einfach, berührungsfrei und ohne jede Belastung für den Körper“, erklärt Haueisen. „Wir können damit zum Beispiel nach einem Herzinfakt überprüfen, welche Herzmuskelareale noch reaktivierbar sind – etwa durch eine Bypass-Operation.“ Rund 250 Patienten werden derzeit jährlich im Biomagnetischen Zentrum der Uni Jena untersucht, mit dem neuen Gerät in Lobeda sollen es doppelt so viele werden.
In der Forschung gilt Jena als eines der bedeutenden Zentren in Deutschland. Republikweit werden nur etwa 20 ähnliche Einrichtungen betrieben. Folgerichtig wurde jetzt auch der nächste Weltkongress für Biomagnetismus im kommenden Jahr an die Saalestadt vergeben. wh

 

Ausgezeichnete Hautärzte

Berufsdermatosen peu à peu eingedämmt

Zwei Ärztinnen der Universitäts-Hautklinik Jena wurden anlässlich der 6. Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie ausgezeichnet. Den mit 3 000 Mark dotierten zweiten Forschungs-Förderpreis erhielt Dr. Andrea Bauer, Oberärztin an der Jenaer Hautklinik. Sie beschäftigt sich mit der Epidemiologie von beruflich bedingten Hauterkrankungen und hat in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel und Gaststätten ein Modellprojekt für die Rehabilitation von hautkranken Bäckern und Köchen entwickelt. Mit diesem Projekt gelang es, einem Großteil der Patienten die weitere Berufsausübung zu ermöglichen und aufwändige Umschulungen zu vermeiden. Die Berufsgenossenschaft hat an der Uni Jena ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum eingerichtet, das als bundesweit beispielgebend gilt.
Einen Posterpreis erhielt die Assistenzärztin Daniela Kelterer für ihre Arbeit „Prävention berufsbedingter Hauterkrankungen im Back-, Hotel- und Gaststättengewerbe“. sul

 

Ehrenmitglieder

Die Ehrenmitgliedschaft der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie wurde den Jenaer Medizinern Prof. Dr. Hans Bosseckert und Prof. Dr. Georg Machnik verliehen. Der scheidende Direktor der Klinik für Innere Medizin I und der ehemalige Rektor erhielten die Auszeichnung in Anerkennung dafür, dass beide zu den Gründungsmitgliedern und Initiatoren dieser Anfang der 90er Jahre ins Leben gerufenen Gesellschaft gehören. Die Verleihung fand im Rahmen der 10. Tagung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, in der sich Mediziner aus Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt organisiert haben, statt. sul