Intershop: Lehrstuhl für eCommerce

Alles perfekt: Per Unterschrift und Händedruck besiegelten Intershop-Vorstandsvorsitzender Stephan Schambach (r.) und Prorektor Prof. Dr. Klaus Dicke den Vertrag über den neuen Stiftungslehrstuhl.
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Einen Stiftungslehrstuhl für eCommerce erhält die Uni Jena von der neu gegründeten Intershop-Stiftung im kommenden Herbst. Stephan Schambach, Vorstandsvorsitzender der Intershop AG, sein Geschäftsführer Karsten Schneider und sechs "Intershoper" der ersten Stunde gründeten am 22. Mai eine Privatstiftung mit dem Ziel, Wissenschaft, Kultur und Bildung am Hightech-Standort Jena zu fördern. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals, das auf einen Grundstock in zweistelliger Millionenhöhe geführt werden soll, erhält die Uni für die innovative Professur sechs Jahre lang jeweils 400 000 Mark; zudem sponsert Schambach aus der Privatschatulle die Grundausstattung mit zusätzlich einer Million Mark. Die Stifter wünschen sich den Jenaer Lehrstuhl als künftige Nummer Eins in Europa.

Das Lehrgebiet "Elektronischer Handel" soll an der Nahtstelle zwischen Informatik und Wirtschaftswissenschaften angesiedelt werden und geht mit dem Vorhaben einher, einen Studiengang Wirtschaftsinformatik zu etablieren. Die Bestallung der neuen Professur, eine der ersten ihrer Art, trägt dem fulminanten Aufstieg des jungen Wirtschaftsgebietes eCommerce Rechnung. Man habe nicht warten wollen, bis Universitäten und Ministerien auf den eminent wachsenden Bedarf an Fachkräften reagierten, erklärte Schambach, sondern wollte mit dieser privaten Initiative ein sichtbares Zeichen setzen. Der Erfolgsmanager, der inzwischen in San Francisco wohnt, sah sich dabei vom Vorbild Silicon Valley inspiriert.

"Herz und Hirn der Intershop AG befinden sich in Jena", machten Schambach und Schneider unisono deutlich. Nun wolle man den Erfolg des Unternehmens mit der Stadt und Region teilen. Die Gründer der Intershop AG, Pioniere der New Economy, verzeichneten mit ihrem Unternehmen allein im letzten Geschäftsjahr ein Umsatzplus um 260 Prozent. Es gilt heute als "blue chip" am Neuen Markt und versorgt mit rund 800 Mitarbeitern über 3 000 Kunden mit Software und Produktlösungen für den elektronischen Handel.

Mit einiger Verblüffung goutierte die Jenaer Uni-Leitung das Ansinnen der dynamischen Jungmanager, eine Stiftungsprofessur zu finanzieren. "Binnen 40 Minuten war die Sache perfekt", schildert Prorektor Prof. Dr. Klaus Dicke die zielorientierten Verhandlungen. Zugleich erinnert er an alte Jenaer Traditionen aus der Gründerzeit des vergangenen Jahrhunderts, als die public-private-partnerships zwischen Uni und Wirtschaft modellhaft von Abbe, Zeiß und Schott vorexerziert wurden. Als vorbildlich betrachtet auch Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Dagmar Schipanski das Engagement der "Intershoper". Inspirierend für ganz Thüringen sei diese "Dynamik, die sich in Jena so offensichtlich zeigt". wh