Laufende Projekte



EKOS      (2016-2019)

Klimawandel und Globalisierung erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Patienten mit seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen („Hoko-Patienten“), die auch außerhalb der etablierten Behandlungszentren erstversorgt werden müssen. In Krankenhäusern fehlen jedoch häufig die technischen und kommunikativ-konzeptionellen Voraussetzungen für deren Erstversorgung. Zudem ist das Handeln des Personals im Umgang mit möglichen Verdachtsfällen teilweise von Ängsten und Unsicherheit beeinflusst.

EKOS (Entwicklung eines neuartigen Konzepts zur Sicherstellung der infektiologisch-medizinischen Versorgung von seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen in Schwerpunktkrankenhäusern) ist ein Konsortialprojekt mit Partnern aus dem Gesundheitsbereich. Ziel des Gesamtprojektes ist die Gewährleistung einer sicheren infektiologisch-medizinischen Versorgung von Hoko-Patienten in Schwerpunkt-Krankenhäusern.

In unserem Teilprojekt steht die organisationale und individuelle Resilienzförderung im Vordergrund, die durch ein integratives Kommunikationskonzepts für Patienten, Mitarbeiter und Öffentlichkeit erreicht werden soll. Aufgabe der IWK-Forschergruppe ist es, Faktoren zur Unterstützung der organisationalen und individuellen Resilienz zu identifizieren und in ein integratives Kommunikationskonzept zu überführen. Resilienz beschreibt dabei die Fähigkeit, in Belastungssituationen zu bestehen und vor allem gestärkt und ressourcenreicher aus ihnen hervorzugehen. Strukturen, Inhalte und Prozesse des Kommunikationskonzepts können später auch als „Good Practice“ auf andere Krankenhäuser übertragen werden.

Unser empirisch angelegtes Teilvorhaben untersucht dabei die interne und externe Kommunikation der Kliniken mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden. So soll beispielsweise ein Erhebungsinstrument zur subjektiven Risikowahrnehmung entwickelt werden, um Maßnahmen der Personalentwicklung gezielt für das Fachpersonal ableiten zu können. Auch werden Kommunikate entwickelt und getestet, die Stigmatisierungen kommunikativ reduzieren helfen und einem Reputationsverlust des Krankenhauses vorbeugen können.

Unsere Projektpartner sind das Robert-Koch-Institut, die Freie Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Technische Universität Braunschweig und Norwestbox GmbH&Co KG.

Website: www.infectcontrol.de/de/ekos.html

Verantwortlich für IWK: Daniela Gröschke (Leitung), Stefan Strohschneider

Projektmitarbeiterinnen:  Katharina Hodes, Nadine Müller

Projektmittel: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

  

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Interkulturelle Wissenskommunikation 2.0           (2016-2018)

Entwicklung eines plattformbasierten Tools für Entsandte, die in ihrer Organisation als „Wissens-Broker“ in Bezug auf  aktuelle Arbeits- und Wohnkontexte aktiv werden möchten. Sie sammeln Informationen, die für die Alltagsbewältigung hilfreich sind (einschließlich Fotos und kurzer Videocasts). So werden sie zu Mentoren für ihre Nachfolger im Entsendungsprozess. Diese wiederum schreiben die Informationen nach ihrer Ausreise fort und fungieren erneut als Mentoren. Auf diese Weise kann ein eigendynamischer interkultureller Wissensflow entstehen. Alle Informationen sind innerhalb organisationaler Kommunikationsnetzwerke über ein Standortsymbol auf einer digitalen Landkarte abrufbar. Die Forschungsperspektive orientiert sich dabei an der Frage, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um interkulturelle Wissenskommunikation eigendynamisch realisieren zu können.

Verantwortlich für IWK: Jürgen Bolten

Projektmitarbeiter/in:  Mathilde Berhault; Doreen Geisenhainer

Projektmittel: Bosch RBEI (India)

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Connect 2.0 (September 2015-2018)

Ziel des Verbundprojektprojekts (Interkultur/ Datenlotsen/ AFS, Hochschulen aus Jena, Helsinki, Limerick, Karlsruhe, Porto, Poznan, Urbino, Vic)  ist es, ein innovatives, interkulturelles Lernszenario für Erasmus+-Teilnehmende zu entwickeln. Aus Präsenz- und Online-Programmen bestehend, unterstützt und fördert es eine optimale Lernerfahrung.
Das Lernszenario besteht aus 3 Komponenten:
1. Eine nachhaltige, reflexive und personalisierte interkulturelle Lernerfahrung wird mit Präsenz- und e-Lernprogrammen ermöglicht. Die Präsenzeinheiten bestehen aus Vor- sowie Nachbereitungsseminaren an den Heimatuniversitäten. Das Online-Programm im Rahmen einer e-Lernplattform begleitet den gesamten Lernprozess über Reflexionseinheiten (z.B. Webinare). Die Inhalte bereiten die Teilnehmenden auf ein Leben in der globalen Gesellschaft vor, indem sie lernen, reflektiert mit kultureller Vielfalt umzugehen.
2. Eine Schwerpunktkomponente von Connect 2.0 bildet die sogenannte "Experience Map". Sie soll – angelehnt an Google Maps – als eine datenschutztechnisch unbedenkliche Open-Source-Lösung erarbeitet werden. Inhaltlich wird sie - dem Lernen 2.0 entsprechend - von den Teilnehmenden selbst erstellt: Sie verpflichten sich, während des Auslandsaufenthaltes ein interkulturelles Dokumentations-Portfolio in Bezug auf ihre Austauschumwelt am Zielort zu erarbeiten. Das Portfolio enthält Berichte, Videos, Links etc. Interessierte und zukünftige Teilnehmende erhalten Zugang zu den Portfolios. Dies erleichtert es ihnen, sich gezielt auf ihren Austausch vorzubereiten und ggf. auch mit aktuellen Teilnehmenden und Rückkehrenden in direkten Kontakt zu treten. Diese „nachfolgende Generation“ aktualisiert und erweitert während ihrer eigenen Teilnahme die bestehenden Portfolios, so dass Wissen und Erfahrungen fortgeschrieben und modifiziert werden. Diese in die e-Lernplattform integrierte interkulturelle Wissensplattform bietet somit zukünftig allen an Mobilitäten beteiligten Stakeholdern Möglichkeiten zur einfachen und direkten Vernetzung. Nach der dreijährigen Projektlaufzeit besteht neben dem neuen interkulturellen Lernszenario also eine "consumer-to-consumer" generierte Plattform mit Community-Element für interkulturelles Wissensmanagement, die sektorenübergreifend nutzbar ist.
3. Ein Mentoring- und Multiplikations-Programm, das durch die Projektpartner angeboten wird. Das Mentoring-Programm bildet Mitarbeitende der teilnehmenden Organisationen für die qualifizierte Begleitung und Beratung der Teilnehmenden im Hinblick auf die Nutzung der entwickelten Curricula aus. Zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden zurückgekehrte Teilnehmende ausgebildet, die weiterhin aktiv ihre Erfahrungen an andere "peers" weitergeben wollen. An dieser Stelle entstehen durch sektorenübergreifende Engagementmöglichkeiten Verknüpfungen zwischen Jugend- und Hochschulbereich sowie eine Alumni-Community.

Forschungsfrage: Wie muss ein interkulturelles Kommunikations- und Wissensmanagement konzipiert sein, um Entsandte auch während ihrer internationalen Tätigkeit eigendynamisch in Prozesse des Ausgangs-Akteursfeldes einzubinden?

Verantwortlich für IWK: Jürgen Bolten

Projektmitarbeiter/in:  Mathilde Berhault, Nele Wlokas

Projektmittel: EU (Erasmus+)

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SHARMED (Oktober 2015-2018)

Ziel des Projektes "SHARMED" – Shared Memories and Dialogues – ist es, die Inklusion von Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern.

Zu diesem Zweck bildet die kulturelle Vielfalt in der Klasse den Gegenstand des Unterrichts, indem Kinder anhand von Bildern ihre eigenen privaten Familiengeschichten erzählen. Auf diese Weise wird nicht nur interkulturelles, sondern auch fachliches Lernen ermöglicht, das seinen Ausgangspunkt in der Wirklichkeit des Kindes nimmt und diese in ihren Zusammenhängen zum Lerngegenstand macht.

Die besondere, auf Dialog abzielende Methodik, die hierbei zum Einsatz kommt, wird dadurch im schulischen Kontext getestet und verbreitet.Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das den Anspruch hat, sowohl auf die pädagogische Praxis Einfluss zu nehmen, als auch politische Reformen zu unterstützen, die zu einer inklusivere Schuldidaktik führen. Das Projekt wird von  Universitäten in Italien (Universität Modena e Reggio Emilia; Hauptantragsteller), Deutschland (FSU) und Großbritannien  (Universität Middlesex ) durchgeführt. Die IWK wird insbesondere ihre Erfahrung im Einsatz von Web-Plattformen für interkulturelles Lernen und ihr Fachwissen bezüglich des interkulturellen Dialogs mit einbringen.

Verantwortlich für IWK: Luisa Conti/ Jürgen Bolten

Projektmitarbeiter/in:  Laura Frey, Mathilde Berhault

Projektmittel: EU (Erasmus+)

 


Transnationaler Wandel am Beispiel Patagoniens: Soziale Ungleichheit, Interkultureller Austausch und ästhetische Ausdrucksformen (2015-2018)

Das Thematische Netzwerk untersucht aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive unterschiedliche Erscheinungsformen transnationalen Wandels in Lateinamerika und deren lokalen Widersprüche anhand des patagonischen Raumes. Unter der Beteiligung der Jenaer Romanistik (Prof. Dr. Claudia Hammerschmidt), Soziologie (Prof. Dr. Klaus Dörre), Sozialgeographie (Prof. Dr. Benno Werlen), Geschichte (Dr. Daniel Stahl) und der Interkulturellen Wirtschaftskommunikationen (Prof. Dr. Jürgen Bolten) bearbeitet das Netzwerk gemeinsam mit Partnern aus sieben argentinischen und chilenischen Universitäten sowie nicht-akademischen Akteuren den Zusammenhang zwischen lokalen Gegebenheiten und globalen Rahmenbedingungen in Südargentinien und -chile. Es geht dabei sowohl um theoretische Fragen mit gesellschafts-, kultur- und geopolitischer Relevanz als auch um die empirische Analyse sozialer Ungleichheit und ökologischer Nachhaltigkeit infolge kapitalistischer Wachstumsdynamik vor Ort. Als Kommunikations- und Dokumentationsmedium des Netzwerks dient u.a. die seitens der IWK bereitgestellte Plattform „Intercultural Campus“. Neben inhaltlichen Ergebnissen ist ein primäres Ziel des Thematischen Netzwerks, die internationalen Kooperationsbeziehungen zu intensivieren und langfristig auszubauen. Das soll auch dem internationalen Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden zugute kommen.

IWK-Forschungsfrage: Welches sind inhaltliche und methodische Spezifika einer interkulturellen Prozessmoderation in virtuellen Kontexten?

Website: www. patagonien.uni-jena.de 

Verantwortlich für IWK: Jürgen Bolten

Projektmitarbeiterinnen: Yolanda Lopez, Mathilde Berhault

Projektmittel: DAAD



Interkulturalität neu denken: Konzeption einer Übungstypologie für interkulturelle Trainings (2015-2018)

Ein Dilemma interkultureller Trainings besteht derzeit vielfach darin, dass sie in deutlichem Widerspruch zum state of the art interkultureller Forschung relativ einseitig strukturorientiert sind und sich binären Denkmustern verpflichtet fühlen (Kulturen als homogene Einheiten). Durch Kulturalisierungen (Konzentration auf Nationalkulturen) werden Stereotype generiert, deren Überwindung interkulturelle Trainings eigentlich intendieren sollten. Im Projekt wird versucht, Übungstypen und Übungen für interkulturelle Trainings zu entwickeln, die unter der Perspektive von mehrwertigen Logiken dem Aspekt der multiple identities gerecht werden und als Bausteine für ein sustainable glocal relationship building eingesetzt werden können.

Forschungsfrage: Auf welche Weise ist es möglich, kontext-/ kulturgebunden unterschiedliche Lehr-/ Lernmethoden und -sozialisationen in interkulturellen Lehr-/ Lernumgebungen angemessen zu berücksichtigen und kollaborativ zu vernetzen?

Verantwortlich für IWK: Jürgen Bolten

Projektmittel: Goethe Institut München


INVOLVE (2015-2017)

INVOLVE – INitiate VOLunteerism to counter VulnErability

Funded by Federal Ministry of Education and Research (BMBF)

Funding Period: January 2015 – December 2017

Project Partners: Free University of Berlin (FUB), German Red Cross (DRK)

Researchers:

Project Description:

Volunteer work is an important pillar of a society’s ability to cope with different kinds of threats and disasters. However, the individual and societal sources of voluntary engagement in case of floodwaters, storms or extreme rainfall are not very well understood. We are looking at different contexts of volunteering in India and Germany in order to arrive at a better understanding of the factors that drive or inhibit the emergence of volunteering. In both societies volunteerism is crucial for disaster management and disaster mitigation agencies.

FinkA’s research aims at developing a theoretical model of the motives for volunteering or not volunteering. Therefore the project analyzes the mechanisms of social reciprocity in different cultures as well as mechanisms of group-related affiliation, in-group and out-group formation and barriers for engagement in different cultures and spaces. FinkA furthermore strives to understand the behavioral patterns of groups of volunteers in organizational life and the forms of their cooperation. It is expected that these insights will help develop successful strategies for the acquisition of voluntary relief workers from hitherto underrepresented milieus. In order to address these groups, training needs will be analyzed and specific requirements (language, literacy, etc.) will be clarified.

Research Goals:

  1. Development of a formal theoretical model of the motives for volunteering or non-commitment.
  2. Analysis of the mechanisms of social reciprocity in different cultures; mechanisms of group-related affiliation, in-group and out-Group formation. What barriers can be identified that stand in the way of helping and involvement in different cultures and areas? On the other hand: What can the individual gain from volunteering?
  3. In-depth understanding of the behavioral patterns of volunteer groups in organizational life and the forms of their cooperation – both with professional staff and the general population.
  4. It is expected that from goals 1. to 3. successful strategies for the acquisition of voluntary relief workers from so far not represented milieus can be derived. For these groups, both the training needs analysis as well as the typical conditions (language, literacy, etc.) must be clarified.

Implementation Goals:

  1. Development of strategies for the acquisition of volunteer emergency workers and their integration in the respective service tasks and service cultures.
  2. Development of culturally sensitive teaching methodology and development of targeted curricula and methods.
  3. Evaluation of the courses and seminars developed during the project.

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Erarbeitung der MOOC-Plattform "Glocal Campus" (2014-2017)

Massive open online courses (MOOCs) haben das Potential, die universitäre Lehre in den nächsten Jahren didaktisch, technisch und ökonomisch zu revolutionieren. Verschiedene internationale Institutionen investieren seit etwa 2 Jahren massiv in die Entwicklung und Verbreitung von MOOCs. Dabei handelt es sich zum einen um große, zumeist US-Amerikanische und private, Universitäten und zum anderen um rendite-orientierte private Investoren (international z.B. Udacity).

Die Antragsteller, ein Konsortium aus vier Thüringer Hochschulen, sehen das große Potential der MOOC-unterstützten Lehre. Gleichzeitig macht die aktuelle Entwicklung deutlich, dass eine Dominanz privater Anbieter auf dem sich soeben entwickelnden Markt für MOOCs erhebliche Gefahren für Qualitätsstandards und Datenschutz bringt.

Deshalb haben die Antragsteller, allesamt erfahren im Einsatz neuer Medien in der universitären Lehre, ein Konsortium gebildet um zwei gemeinsame spezifische Ziele zu erreichen:

1)  Entwicklung einer öffentlichen, MOOC-Plattform für die Thüringer Universitäten

2)  Produktion von MOOCs, die auf dieser Plattform eingestellt werden. Schwerpunkte IWK: Generationenübergreifendes Lernen, Kollaboratives Lernen (c-MOOC)

Die öffentliche MOOC-Plattform soll nach Maßgabe aller vier beteiligten Institutionen federführend von der BUW und der TU Ilmenau aufgebaut werden. Die ersten MOOCs, die unmittelbar nach Fertigstellung der Plattform auf dieser Plattform präsentiert werden sollen, werden von den vier beteiligten Institutionen erstellt.

Die Antragsteller repräsentieren völlig unterschiedliche Fächer (Humanmedizin, Interkulturelle Wirtschaftskommunikation, Städtebau und Ingenieurwesen) mit sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen und didaktischen Kulturen. Die engmaschig koordinierte Zusammenarbeit der Vertreter dieser unterschiedlichen Fachkulturen wird dafür sorgen, ein technisches Konzept umzusetzen, das es erlaubt, die unterschiedlichen didaktischen Ansprüche der verschiedenen Fächer optimal umzusetzen.

Die während des Projektes geschaffene MOOC-Plattform wird ebenso wie die während des Projektes erworbenen technischen und didaktischen Erfahrungen in der MOOC-Produktion selbstverständlich allen Thüringer Hochschulen und Forschungsinstitutionen offen stehen. Wir sehen die beantragten Mittel als Anschubfinanzierung und gehen davon aus, dass die zu erstellende MOOC-Plattform weit über die Dauer dieses initialen Projektes hinaus Bestand haben und mit weiteren MOOCs aus Thüringer Hochschulen bestückt werden wird.

Website: www. intercultural-campus.org

Verantwortlich für IWK: Jürgen Bolten

Projektmitarbeiterinnen: Anita Ackermann, Mathilde Berhault

Projektmittel: Thüringer Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft