~ Otto von Freising ~
| Autor: | Otto (geb. um 1112/13, gest. 1158), Zisterzienser und Bischof von Freising, Sohn des österreichischen Markgrafen Leopold III. aus dem Hause der Babenberger und der Agnes, Tochter des salischen Kaisers Heinrich IV. und Witwe des staufischen Herzogs Friedrich von Schwaben, gehörte seinerzeit zum höchsten Reichsadel, war Halbbruder König Konrads III. und Onkel des späteren Kaisers Friedrich I. Barbarossa. Doch Otto trat nicht nur als Großer und Berater in den Reichsgeschäften hervor, reiste nach Rom und nahm am 2. Kreuzzug teil. Vielmehr zeichnete er sich als ein Mann der Kirche durch das Bewußtsein der neuen Reformorden und der Gelehrsamkeit der Pariser Universität aus, wo er in den Jahren um 1126 bis etwa 1132/33 Schüler der damals einflußreichsten angsehensten Theologen wie etwa Hugo von St. Victor war. Bereits als Kind für die theologische Laufbahn bestimmt, erhielt er seine erste Ausbildung im Chorherrenstift Klosterneuburg, ging dann nach Paris und trat nach Abschluß seiner Studien ins Zisterziensekloster Morimund in Lothringen ein, dessen Abt er 1138 wurde. Im gleichen Jahr folgte er dem Ruf auf den Freisinger Bischofsstuhl, blieb aber den Regeln und dem Habit seines Ordens treu. |
| Werk: | In den Jahren 1143 bis 1146 verfaßte
Otto die Chronica oder Historia de duabus civitatibus, eine
Weltgeschichte in acht Büchern, in der er die Geschehnisse seit der
Erschaffung Adams bis auf seine eigene Gegenwart dargestellt hat. Doch
Otto betätigte sich nicht allein als Chronist. Der Titel seines Geschichstwerkes
verweist auf den Kirchenvater Augustinus und seine Lehre von den zwei Staaten:
der civitas Dei, dem Gottesstaat oder Neuen Jerusalem, und der civitas
terrena
/diaboli, dem irdischen oder Teufelsstaat, versinnbildlicht durch Babylon. Otto verstand sich in erster Linie als Theologe, der die Geschichte deutet. In seinen letzten beiden Lebensjahren ent- standen die ersten beiden Bücher der Gesta Friderici, wodurch er wohl zum bedeutendsten Geschichtsschreiber der salisch-staufischen Ära wurde. |
| Zum Bild: | Der Beginn des sechsten
Buches in der Jenaer Handschrift (Jena, ThULB, Ms. Bos. q. 6), der den
Zeitraum von Lothar I. bis zu Heinrich IV. umfaßt, wird geschmückt
durch durch eine große Federzeichnung, die in Form von vier kleineren
Abbildungen die letzten aber nicht minder wichtigen Ereignisse in der Auseinandersetzung
zwischen Papst und Kaiser im Investiturstreit illustriert. (Vgl.: Handschriften
und alte Drucke aus den Sammlungen der Universitätsbibliothek der
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena 1976.)
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| Handschriften
in Jena: |
Einen Überblick
und weiterführende Literatur bietet Irmgard Kratzsch, Schätze
der Buchmalerei.
Aus der Handschriftensammlung der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, Jena 2001. Erste Informationen zur Handschriftenabteilung der ThULB erhalten sie hier. |
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