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Infolge einer verstärkten allgemeinen Wahrnehmung der Umwelt richtet sich das öffentliche Interesse seit Jahren zunehmend auf natürliche, aber auch vom Menschen gestaltete Landschaftsräume. Ihr Spektrum reicht von adeligen Lustgärten und Parks über Klostergärten bis hin zu Privatgärten von Dichtern (Goethe, Schiller, Wieland) und städtischen Grünanlagen.
Gärten dienen nicht nur der Erholung und der Freizeitgestaltung. In ihrer regionalen Besonderheit und als Stätten der Erinnerung wirken sie auch identitätsstiftend. Außerdem zeugen sie in ihrer formalen Gestaltung vom ästhetischen Empfinden verschiedener Kulturepochen sowie von der Art, wie Menschen sich selbst in ihrem Verhältnis zur Natur wahrnehmen. Sofern die Gartenkunst der politischen Repräsentation diente, dokumentiert sie auch das Herrschaftsverständnis früherer Jahrhunderte.
Als Orte der Begegnung, der Repräsentation und der ökonomischen Nutzung lassen Gärten und Grünanlagen auf bestimmte Lebens-, Denk- und Gesellschaftsformen schließen. In dieser Hinsicht sind sie durchaus mit historischen Stadträumen vergleichbar. Da sie von Natur aus aber weit vergänglicher sind, erscheint ihre Erforschung umso gebotener.
Dieses Ziel verfolgt die Arbeitsstelle Gärten in Thüringen derzeit mit zwei Projekten: Das Projekt Topographische Dokumentation erfasst die wichtigsten Anlagen sowohl in ihrem heutigen Bestand als auch in ihrer historischen Überlieferung.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragene Projekt Garten-Räume, Politische Räume. Die Gartenkunst in Thüringen
1750-1900 untersucht die Bedeutung der Gärten als Mittel der politischen Repräsentation. Besonderes Interesse gilt dabei dem Übergang vom französischen Formalgarten zum englischen
Landschaftspark als Ausdruck eines aufklärerischen bzw. romantisch überhöhten Verständnisses von Herrschaft.
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