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Thüringen wird zu Recht als „Garten Deutschlands“ und als „das grüne Herz Deutschlands“ bezeichnet.
Dieses Prädikat verdient Thüringen jedoch nicht nur wegen seiner reichen Waldbestände und der großartigen
Natur, sondern auch wegen seiner hohen Dichte an historischen Gärten. Das heutige Bundesland bestand bis
1803 aus vielen kleinen Einzelstaaten, deren Höfe untereinander – im Unterschied zu den meisten anderen
deutschen Ländern – mehr im Anlegen von Gärten als im Bau von Residenzschlössern wetteiferten.
Viele
dieser Anlagen besitzen europäischen Rang. Das gilt nicht nur für ihr äußeres Erscheinungsbild. Anlagen wie
Tiefurt, der Ilmpark in Weimar oder die Parks zu Meiningen, Gotha und Sondershausen spiegeln die geistigen,
gesellschaftlichen und politischen Ideale der Aufklärung, der Klassik und der Romantik in besonderem Maße
wider.
Durch dieses reiche Erbe bietet Thüringen für die Erforschung der Gartenkunst einen einzigartigen
Standortvorteil. Im Gegenzug wird das Profil des Freistaates durch eine grundlegende wissenschaftliche Erfassung
seiner Gärten, die bislang noch aussteht, erheblich geschärft. Und nicht zuletzt können auch für den
Kulturtourismus - gerade im Umfeld Weimars – besondere Impulse ausgehen.
Entsprechend groß ist das öffentliche Interesse an
der historischen Gartenkunst Thüringens. Gut besuchte Veranstaltungen wie die Weimarer Gartenlust und die
Landesgartenschau in Pößneck 2000, Projekte wie die Landesgartenschau 2004 in Nordhausen, regelmäßige Beiträge und
Berichterstattung in der Landespresse sowie zahlreiche Publikationen legen davon Zeugnis ab.
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