Lehrstuhl für

Osteuropäische Geschichte

Universität Jena

    Historisches Institut

Imre Kertész Kolleg Jena

DFG-Graduiertenkolleg 1412

 
 
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Prof. Dr. Joachim v. Puttkamer

 

Quellen zur Schulgeschichte Siebenbürgens im 19. Jahrhundert - Editionsprojekt (zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Dahmen, Institut für Romanistik der Universität Jena) -         

Informationen hier

 

Weimar und Rußland (1799 - 1828). Politische Stabilisierung im kulturellen Kontext  (SFB 482 - Ereignis Weimar - Jena. Kultur um 1800) -       

Informationen hier

 

Schleichwege. Inoffizielle Begegnungen und Kontakte sozialistischer Staatsbürger 1956-1989. Zwischen transnationaler Alltagsgeschichte und Kulturtransfer (zusammen mit Prof. Dr. Wlodzimierz Borodziej und Dr. Jerzy Kochanowski / Warschau) - 

Informationen hier 

 

Buchenwald und Sighet - Gedenkstättenkonzeptionen im Vergleich. Eine deutsch-rumänische Dokumentation (zusammen mit Prof. Dr. Volkhard Knigge/ Gedenkstätte Buchenwald Weimar)

 

Habilitationen

abgeschlossen


PD Dr. Jörg Ganzenmüller

Polnischer Adel und russische Staatsgewalt: Lokale Verwaltung in den Westgouvernements des Zarenreichs 1772-1830 - (2011)

Informationen hier

 

Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer

Adelige Herrschaft in der ländlichen Gesellschaft. Böhmen und England im Vergleich (1848-1918) - (2010)

 

Prof. Dr. Thomas Bohn

Minsk - Musterstadt des Sozialismus. Stadtplanung und Urbanisierung in der Sowjetunion nach 1945. Köln/Weimar/Wien 2008 (= Industrielle Welt 74).

 

 

Promotionen

abgeschlossen

Dr. Sabina Ferhadbegović
Prekäre Integration. Serbisches Staatsmodell und regionale Selbstverwaltung in Sarajevo und Zagreb 1918-1929. München 2008. (Südosteuropäische Arbeiten, Bd. 134).


Dr. Bernhard Böttcher
Deutsche Kriegerdenkmäler im Ostmitteleuropa der Zwischenkriegszeit. Köln, Weimar, Wien 2009.

 

Dr. Edvin Pezo
Jugoslawien und seine Muslime. Zur Reichweite staatlicher Einflußnahme im Rahmen der Türkei-Auswanderung
(Abschluss 2009)

(ausgezeichnet  mit dem Förderpreis 2010 der Fritz und Helga Exner Stiftung)

 

Dr. Daniel Logemann

"Das polnische Fenster". Deutsch-polnische Kontakte im staatssozialistischen Alltag Leipzigs 1972-1989 (Abschluss 2009)

(ausgezeichnet mit dem Wissenschaftlichen Förderpreis 2010 des Botschafters der Republik Polen)

 

Cornel Micu
Agrarreform und Modernisierung in Rumänien. Die Kommune Bordei Verde im 20. Jahrhundert. (Abschluss 2010)
(Graduiertenkolleg 1412 "Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa")

 

laufend

Daria Sambuk
"Zum Wohle der Allgemeinheit ..." Das Medizinalwesen im Russischen Reich von 1762 bis 1831.


Rayk Einax
Die Entstalinisierung in Weißrußland

Sebastian Schlegel
Zwischen zentralen Vorgaben und Pragmatismus: Die Hochschul- und Wissenschaftspolitik der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD)

Katja Hoyer
Dissidenten im Exil. Die Akteure des Prager Frühlings und ihre politische Publizistik

Thomas Şindilariu
Die Sowjetisierung Kronstadts 1944-1956

Ingrid Gabel

Der siebenbürgisch-sächsische Frauenbund

 

Jana George

Zwischen Ideologie, Kritik und künstlerischer Freiheit. Die jugoslawische Gesellschaft und der Film in den 1960er und 1970er Jahren
(Graduiertenkolleg 1412 "Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa")


Dennis Dierks
Geschichtsschreibung im multikulturellen Raum. Erforschung und Darstellung der bosnischen Geschichte von der österreichisch-ungarischen Okkupation bis zum Ende des Königreichs Jugoslawiens (1878-1941)
(Graduiertenkolleg 1412 "Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa")

 

Markus Rebitschek
Entwürfe interethnischen Zusammenlebens und sozialistischer Alltag am Beispiel Novi Sads und der Vojvodina zwischen 1944 und 1980
(Graduiertenkolleg 1412 "Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa")

 

Martin Jung
Geschichtspolitik und Geschichtskultur in Rumänien seit dem Sturz des Kommunismus bis zum EU-Beitritt
(Graduiertenkolleg 1412 "Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa")



Quellen zur Schulgeschichte Siebenbürgens im 19. Jahrhundert - Editionsprojekt

Projektleiter
: Prof. Dr. Joachim von Puttkamer / Prof. Dr. Wolfgang Dahmen (Institut für Romanistik der Universität Jena)

ehemaliger wiss. Mitarbeiter: Dirk Moldt M.A.


Das Editionsvorhaben verfolgt das Ziel, die Quellenbasis für eine vergleichende Erforschung von Rechtsgrundlagen und Schulalltag der konfessionellen Schulsysteme Siebenbürgens zu erweitern und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.  Zu diesem Zweck werden die wichtigsten Texte zum staatlichen und kirchlichen Schulrecht aus dem Lateinischen, Ungarischen und Rumänischen ins Deutsche übersetzt, ausgewählte Schulakten aus rumänischen, deutschen und ungarischen Archiven erstmals veröffentlicht und neue Quellengattungen, aus denen sich der Einfluß der Schule auf die politische Sozialisation in multiethnischen Gesellschaften rekonstruieren lässt, erschlossen.  Auf diese Weise läßt sich einerseits die Leistung der jeweiligen Kirchen als organisatorischer Rahmen gesellschaftlicher Selbstorganisation dokumentieren. Andererseits kann so die Fähigkeit zur Selbstbehauptung der einzelnen Schulsysteme gegenüber nationalstaatlichen Vorgaben ausgelotet werden. Damit ermöglicht die geplante Edition eine vergleichende Zusammenschau der Entwicklung der konfessionellen Schulen der verschiedenen ethnischen Gruppen in ihrer jeweiligen Auseinandersetzung mit den Anforderungen an ein modernes Bildungswesen ebenso wie mit dem aufkommenden Nationalismus.


Habilitationsschrift

Polnischer Adel und russische Staatsgewalt: Lokale Verwaltung in den Westgouvernements des Zarenreichs 1772-1830  - abgeschlossen -

PD Dr. Jörg Ganzenmüller

Mit den drei Teilungen Polens in den Jahren 1772, 1793 und 1795 hatte sich das Russische Reich 62% des Territoriums und 45% der Bevölkerung der alten Adelsrepublik einverleibt. Die inkorporierten Gebiete hatten zwar eine polnische bzw. polonisierte Oberschicht, waren jedoch überwiegend von einer nichtpolnischen Bevölkerung (Litauer, Weißrussen, Ukrainer und Juden) bewohnt. Alle drei Teilungsmächte – das Zarenreich, Preußen und die Habsburgermonarchie – standen vor der Aufgabe, die hinzugewonnenen Territorien in das eigene Herrschaftsgefüge zu integrieren. Das hieß in erster Linie, die zentrale Staatsgewalt auf regionaler und lokaler Ebene zu etablieren. Während Österreich und Preußen die altpolnischen Strukturen in den Teilungsgebieten weitgehend zerschlugen und durch eigene Rechts- und Verwaltungsorgane ersetzten, musste Russland einen anderen Weg gehen. Das Zarenreich selbst war unterverwaltet und verfügte nicht über ausreichend Personal, um die neu gewonnenen Gebiete mit der eigenen Bürokratie zu durchdringen. Katharina II. stand vielmehr vor der Aufgabe, die Verwaltungsstrukturen ihres Reiches zu vereinheitlichen und die Staatsgewalt auf die lokale Ebene auszuweiten.
Bei der Etablierung der Staatsgewalt in den neu hinzugewonnenen polnischen Gebieten war das Zarenreich mit derselben strukturellen Schwäche wie in der russischen Provinz konfrontiert. Auch hier war man auf das Mitwirken der lokalen Eliten in der Verwaltung angewiesen. Um die zarische Herrschaft vor Ort zu etablieren, ließ man die altpolnischen Institutionen wie die Landtage oder Gerichte bestehen und versuchte, diese in den Dienst des neuen Staates zu stellen.
Das Hauptziel der Untersuchung ist es, die Brüche und Kontinuitäten in der Verwaltungspraxis der Westgouvernements von der Adelsrepublik bis zum Novemberaufstand 1830 herauszuarbeiten. Dabei soll die staatliche Durchdringung des Teilungsgebietes durch den zarischen Staat aus dem Kontext einer einseitigen Russifizierungspolitik herausgelöst und stattdessen als Teil einer aufgeklärt-absolutistischen Politik verstanden werden, deren Absicht es war, die Staatsgewalt zu vereinheitlichen und für ihre Präsenz auf der lokalen Ebene zu sorgen.