Konzept

Ignacio Uriarte: "archivadores en archivo", 2007, DVD-Pal, stumm, 8'21''

Das internationale bild- und medienwissenschaftliche Symposium "Das Büro im Atelier. Dienstanweisungen der Moderne" widmet sich dem ambivalenten Interesse, das die künstlerischen Avantgarden - insbesondere der Konstruktivismus und der Surrealismus - zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts dem Büro als einem zentralen Schauplatz moderner Alltagskultur entgegenbrachten. Die Leitthese des Symposiums lautet, daß vom Büro und seinen Medien (Zettelkasten, Telefon, Schreibmaschine, Blaupapier, Aktenordner, Kugelschreiber usw.) entscheidende ästhetische Impulse für die bildende Kunst der Moderne ausgingen.
In der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts - so etwa im Minimalismus, in der Fluxusbewegung wie auch im Moskauer Konzeptualismus - rufen die zahllosen Bezugnahmen auf das moderne Büro und seine Praktiken nicht nur die bekannten antibürokratischen Reflexe der Avantgarden auf, sondern sie rekurrieren auch auf deren Ehrgeiz, Registraturen des Nichts zu schaffen, die auf narrative Elemente ebenso verzichten wie auf erkennbare Referentialität (Hanne Darboven: “Ich schreibe, aber ich beschreibe nichts”).