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Mari Dumett

Mari Dumett ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die amerikanische und europäische Gegenwartskunst, insbesondere die Performance- und Objektkunst. Im Januar 2009 wird ihr Promotionsverfahren an der Boston University abgeschlossen sein. Ihre Dissertation Corporate Imaginations: the Fluxus Collective in the Age of Multinational Capitalism ist eine Geschichte der internationalen Fluxusbewegung. 2007 war sie Co-Kuratorin der Eröffnungsausstellung „The Avant-Garde: From Futurism to Fluxus“ im Jonas Mekas Visual Arts Center in Vilnius. Der Katalog enthält ihren Beitrag „George Maciunas and Fluxus’s Rear-Guard“. An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe sowie auf der Tagung „Real Things: Materiality and Representation, 1880 to the Present“ an der University of York hielt sie 2007 ebenfalls Vorträge über „Fluxus“. Ihr Aufsatz „The Great Executive Dream: George Maciunas, Adriano Olivetti, and Fluxus Incorporated“ wird in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift Res: Anthropology and Aesthetics erscheinen. Mari Dumett lehrt als Dozentin an der Rhode Island School of Design in Providence, RI.

Abstract: “Fluxus and the Postwar Subject of Organization”

Der niederländische Künstler Willem de Ridder sagte einst: „Ich liebte den Gedanken, dass George ein Geschäft aufbaute…Es erzeugte eine fantastische Konfusion und keiner wagte sich, das Risiko einzugehen, dich nicht ernst zu nehmen….“ Die Rede war damals vom in Litauen geborenen Künstler George Macunias und seiner Gründung der Künstlergruppe Fluxus (1962 bis 1978). Ausgehend von dieser “fantastischen Konfusion” wird mein Vortrag vorschlagen, dass der Fluxus trotz seiner kritischen Haltung dennoch Aspekte der aufsteigenden kapitalistischen Unternehmenskultur der Nachkriegszeit aufnahm. Was ist die historische Bedeutung des Widerspruchs, der darin bestand, dass eine bunte Gruppe internationaler Künstler, die für ihre anarchischen kulturellen Aktivitäten—wie beispielsweise die Zerstörung eines klassisches Klaviers—bekannt waren, sich willentlich auf die Gründung eines Geschäfts für den Verkauf von „Fluxus-Produkten“ einliessen? Ausgehend von einer genauen Untersuchung der Art und Weise, wie Macunias die Fluxus Gruppe strukturierte und leitete sowie von bestimmten Fluxus-performances werde ich vorschlagen, dass Macunias ein alternatives Modell von kritischer Kunst entwickelte, das die organisatorische (Büro-) Arbeit als neue Kunst innerhalb des multinationalen Kapitalismus der Nachkriegszeit zur Priorität machte. Darüber hinaus werde ich vorschlagen, dass der Fluxus Strategien entwickelte, mit deren Hilfe die Künstler und ihre Rezipienten zu bewusst-kritischen Objekten der Organisation werden können, und zwar im Hinblick auf einen breiteren Diskurs über das Schicksal des Einzelnen innerhalb einer zunehmend durchorganisierten, mechanisierten und systematisierten Gesellschaft.

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Kontakt: maridumett@gmail.com