Lehrstuhl für Bildtheorie und Phänomenologie · Prof. Dr. Lambert Wiesing

Hauptseminare/ Proseminare/ Aufbau- und Vertiefungsmodule

Prof. Dr. Lambert Wiesing

63813 Einführung in die Philosophie David Humes - Seminar
Mittwoch 10:00 bis 12:00 c.t.

CZS 3 - SR 317
19.10.2011 bis 01.02.2012

Das Seminar gibt eine Einführung in die Philosophie David Humes, in der explizit versucht werden soll, der großen thematischen Breite des schottischen Aufklärers gerecht zu werden. Es werden deshalb zentrale Textauszüge gelesen, die in der Lage sind, sowohl seine Erkenntnistheorie und Moralphilosophie wie auch seine Religionsphilosophie und Ästhetik vorzustellen.

Prof. Dr. Lambert Wiesing

64246 Metaphorologie und Phänomenologie bei Hans Blumenberg - Hauptseminar
Donnerstag 10:00 bis 12:00 c.t.

CZS 3 - SR 4.119
20.10.2011 bis 02.02.2012


Insbesondere in den letzten Jahren hat die Philosophie Hans Blumenbergs besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen; doch es ist festzustellen, dass sich die Vielzahl der Interpreten keineswegs einig zu sein scheint, für welche Position Blumenberg eigentlich steht: Das Spektrum der Interpretationen seines Werkes reicht von der Auffassung, man habe es mit einer postmodernen Metaphernphilosophie zu tun, bis hin zu der Meinung, bei Blumenberg käme es zu einer dringend notwendigen Verbindung von husserlscher Phänomenologie und Anthropologie.

Dr. Jens Bonnemann

64243 Jean Paul Sartre: Das Sein und das Nichts – Kurs
Dienstag 14:00 bis 16:00 c.t.
CZS 3 - SR 316
18.10.2011 bis 31.01.2012

Sartres philosophisches Hauptwerk erscheint 1943 in Paris und gilt als ‚Bibel des Existentialismus’. Michel Tournier, ein Leser der ersten Stunde, beschreibt die Bedeutung dieses Buchs für  seine Generation auf die folgende Weise: „Eines Tages im Herbst 1943 fiel ein Buch auf unsere Tische: ‚Das Sein und das Nichts’. Nachdem wir einen Moment wie vor den Kopf geschlagen waren, begannen wir es zu lesen und lange zu verdauen. Das Werk war massig, wuchernd, ausufernd, von einer unwiderstehlichen Kraft, voller erlesener Subtilitäten, enzyklopädisch, von überlegener Methodik, und es war von vorn bis hinten von einer Intuition diamantener Einfachheit. Gleich danach erhob sich in der Presse das Gezeter des antiphilosophischen Gesindels. Kein Zweifel: wir hatten ein System bekommen“.  Dass Sartre aufgrund seiner literarischen, journalistischen und politischen Tätigkeit, nicht zuletzt aber auch aufgrund seines Hangs zu einem gewissen Populismus als Sprachrohr eines bestimmten Lebensgefühls und einer bestimmten Modebewegung gesehen wurde, hat der Rezeption von Das Sein und das Nichts einerseits genützt, andererseits eher geschadet: Wie kaum ein anderes philosophisches Buch ist es auch von Nichtphilosophen und Laien gelesen worden,  aber Sartres Flirt mit dem Zeitgeist der frühen Nachkriegsjahre hat auch dazu geführt, dass sein Hauptwerk in philosophischen Kreisen nicht ernst genommen wurde. So erklärt etwa Max Horkheimer, dass Sartre für ihn nichts „als ein Gauner und Taschenspieler in der Welt der Philosophie“ sei. Die Lektüre von Das Sein und das Nichts zeigt jedoch, dass es sich hierbei um eine ernsthafte philosophische Auseinandersetzung vor allen mit Husserl, Heidegger und nicht zuletzt auch mit Hegel handelt, auf deren Grundlage nicht nur originelle phänomenologische Beiträge zu einer Philosophie der Freiheit, sondern beispielsweise auch zu einer Philosophie der Zeit, des Leibes oder der Intersubjektivität entwickelt werden. Im Lektürekurs, der sich über zwei Semester erstreckt, sollen ausgewählte Passagen dieses modernen Klassikers der Philosophie gelesen und diskutiert werden. Als Textgrundlage sind alle Auflagen seit der Neuübersetzung von 1991 geeignet.

Dr. Jens Bonnemann

64244 Die Autonomie der Kunst: Schiller und Adorno – Hauptseminar
Mittwoch 14:00 bis 16:00 c.t.
Zwätzengasse 9a - Z3
19.10.2011 bis 01.02.2012

Im neuzeitlichen Denken setzt sich innerhalb der Theorie und Praxis der Kunst die Überzeugung durch, dass Kunstwerke nicht mehr religiösen oder dynastischen Zwecken dienen. Sie sind weder Gotteslob noch Verherrlichung feudaler oder auch bürgerlicher Herrschaft, vielmehr dienen sie überhaupt nicht als Mittel für irgendetwas, sondern die Kunst gibt sich ihr eigenes Gesetz. Während in der Epoche der Aufklärung noch die Ansicht geltend gemacht wurde, die Kunst könne einen erzieherischen Einfluss ausüben, das Bewusstsein der Menschen bilden und zu einer Humanisierung des gesellschaftlichen Lebens führen, vertritt bereits Karl Philipp Moritz die Auffassung, das Schöne und das Nützliche seien Gegensätze. Eine solche Autonomie des Schönen findet sich auch bei Kant in der Kritik der Urteilskraft, wo hinsichtlich des Schönen von einem interesselosen Wohlgefallen die Rede ist. Im 19. Jahrhundert formuliert schließlich der französische Romancier Théophile Gautier die einflussreiche Position des l’art pour l’art, ein ästhetischer Rigorismus, für den ein Kunstwerk ein reiner Selbstzweck sei und daher auch nur um seiner selbst willen produziert werden dürfe. Zum einen richtet sich diese Auffassung gegen Zensur und Kommerzialisierung der Kunst, zum anderen lehnt sie jegliches moralische und erst recht politische Engagement ab und verlangt, dass die Kunst nicht in die Wirklichkeit eingreift, sondern sich vielmehr von ihr abspaltet. Wer die Autonomie der Kunst in Abrede stellt, gilt auch heutzutage schnell als Banause, der einem reinen Nützlichkeitsdenken verpflichtet ist und möglicherweise auch ideologischen Missbrauch der Kunst rechtfertigen würde. Im Seminar werden Texte von Moritz, Kant, Schiller, Adorno u. a. gelesen und diskutiert. Die genaue Textauswahl wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Prof. Dr. Stephan Günzel

65563 Nietzsches Kultur- und Medientheorie – Blockseminar
Dienstag 10:00 bis 18:00 c.t. am 18.10.2011
Dienstag 10:00 bis 18:00 c.t. am 08.11.2011
Dienstag 10:00 bis 18:00 c.t. am 15.11.2011
Dienstag 10:00 bis 18:00 c.t. am 22.11.2011
August-Bebel-Straße 4 - SR 013 a

Das Seminar gibt eine Einführung in das Werk Friedrich Nietzsches unter besonderer Berücksichtigung seiner Bedeutung für die Kultur- und Medienwissenschaft. Zentrale Aspekte hierfür sind Nietzsches ästhetische Erkenntnistheorie, seine Reflexionen über Schriftlichkeit und Bedingungen des Denkens sowie der Entwurf einer historischen Kritik in Form der genealogischen Methode. Dabei werden auch die maßgeblichen Autoren der neueren Nietzscherezeption berücksichtig sowie Nietzsches Auseinandersetzungen mit der klassischen Philosophie.

Taina Morscheck, M. A.

64240 Einführung in die Bildtheorie – Seminar
Dienstag 12:00 bis 14:00 c.t.
CZS 3 - SR 114
18.10.2010 bis 31.01.2012

Das Seminar gibt eine Einführung in die Themen, Fragestellungen und Methoden der Bildtheorie. Der Bildtheorie als Teildisziplin der Philosophie geht es nicht – wie der Bildwissenschaft – um die Erforschung von konkreten Bildern, sondern um die fundamentalen Fragen, die mit dem Phänomen der Bildlichkeit einhergehen: Welche Eigenschaften muss ein Gegenstand besitzen, um ein Bild zu sein? Sind Bilder notwendig Zeichen?

Im Seminar sollen die wichtigsten Ansätze in der Philosophie des Bildes – der phänomenologische, anthropologische und zeichentheoretische – vorgestellt und diskutiert werden. Es werden u. a. ausgewählte Texte von Edmund Husserl, Jean-Paul Sartre, Richard Wollheim, Hans Jonas und Nelson Goodman gelesen.

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferates.

Textgrundlage: Ein Reader wird zu Beginn der Vorlesungszeit bereitgestellt.

Zur Vorbereitung empfohlen: Lambert Wiesing, Artifizielle Präsenz. Studien zur Philosophie des Bildes. Frankfurt a. M. 2005.

Nico Brömßer, M. A.

64516 Einführung in die philosophische Ästhetik – Seminar
Freitag 10:00 bis 12:00 c.t.
CZS 3 - SR 314
21.10.2011 bis 03.02.2012

Die philosophische Ästhetik ist eine Teildisziplin der Philosophie, die Fragen zur Wahrnehmung, Schönheit und Kunst beantwortet. In diesem Sinne begründet Alexander Gottlieb Baumgarten die Ästhetik als Lehre von der sinnlichen Erkenntnis. Kant behandelt unter diesem Namen die Theorie des reinen Geschmacksurteils und Hegel engt das Themengebiet schließlich auf eine Philosophie der Kunst ein. Allerdings beschäftigen sich Philosophen bereits seit der Antike mit Fragen zur Schönheit und Kunst: Die Liebe zum Schönen und die Verbannung der Kunst sind Schlüsselthemen bei Platon.

Nachdem die künstlerische Avantgarde vor allem im 20. Jahrhundert die Werkkategorie weitgehend obsolet gemacht hat, lässt sich in der Ästhetik eine Hinwendung zur ästhetischen Erfahrung beobachten, die der Philosophie Kants verpflichtet ist. Demgegenüber hat der amerikanische Philosoph Arthur C. Danto eingewendet, dass auf der Ebene der Erfahrung angesichts moderner Kunst keine Unterscheidung zwischen Kunstobjekten und Alltagsobjekten mehr möglich ist.

Dieses einführende Seminar zur philosophischen Ästhetik thematisiert überblicksartig einige einschlägige Grundpositionen: Platon, Baumgarten, Kant, Hegel, Benjamin und Danto. Deren Texte sollen im Seminar kritisch gelesen und angeregt diskutiert werden.

Textgrundlage für das Seminars sind vor allem Texte aus: Lambert Wiesing, Philosophische Ästhetik mit Kommentar, Aschendorffs philosophische Textreihe Kurs 7, Münster 1992

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