Springboard-Beitrag zur Interkulturellen Woche

 

In der Woche vom 24. – 28. September war Kalmykien zu Gast im Audimax. Svetlana Cholutaeva aus Kalmykien, Doktorandin der Philologie und seit gut einem Jahr als Springboard-Referentin tätig, bot an, eine kalmykische Jurte aufzubauen.  Sicherlich ein ungewöhnlicher, aber faszinierender Lernort, der Gelegenheit bot,  diese Wohnform von mittelasiatischen Nomaden kennen zu lernen.

 

Kalmykien liegt an der Nordwestküste des Kaspischen Meeres. Obwohl ihre Vorfahren aus der Mongolei kamen, sind die Kalmyken ein europäisches Volk. Sie sind die einzigen Buddhisten in Europa. Kalmykien ist innerhalb der russischen Föderation eine autonome Republik. 

 

Das Audimax bot günstige Voraussetzungen für das globale Lernen. Und so kamen während der Interkulturellen Woche zahlreiche Schulklassen und weitere Interessierte, um das Angebot wahrzunehmen. Da Nomaden-Familien noch heute in Kalmykien, Kasachstan, in China und der Mongolei in Jurten leben, bot Springboard mit Studierenden aus diesen Ländern ein vielfältiges Programm. Am Montagvormittag übten Grundschüler mit der Springboard-Lehrerin Jing Jing Wang aus China Tänze ein. Am Nachmittag erzählte Lidija Wartmann den Kindern der Astrid-Lindgren-Schule kalmykische Märchen. Die Kinder stellten den Springboard-Lehrerinnen zahlreiche interessierte Fragen: Wie Nomadenkinder in die Schule gehen, womit die Jurtenbewohner ihre Behausung beheizen, wenn es in der Steppe keine Bäume gebe und viele Fragen mehr. Die Fragen der Mittelstufen-Schüler aus der Hörgeschädigten-Schule wurden am Dienstag übersetzt. Am Mittwoch lernten Schülerinnen und Schüler aus der Regenbogenschule die Technik des Filzens und fertigten aus Filz richtige kleine Kunstwerke. Denn Filz spielt bei Jurtenbewohnern eine große Rolle: aus diesem Material, das einerseits isolierend und andererseits bis zu einem gewissen Grad wasserabweisend wirkt, ist die Abdeckung der Jurte hergestellt. Am Donnerstag stellte sich Svetlana Cholutaeva den Fragen der Kinder aus der Thomas-Mann-Grundschule. Die Klasse 8 der Regelschule 23 besuchte im Rahmen ihres Ethikunterrichts die Jurte und vertiefte mit  Lidija Wartmann Kenntnisse über den Buddhismus.

 

Neben den vielen Schülerinnen und Schülern kamen etwas mehr als 40 Lehrerinnen und Lehrer, die Gruppe der neuen Austauschstudierenden, die Tandem-Studierenden und viele Einzelbesucher. Die Eröffnungsveranstaltung der Jurten-Woche am Montagabend mit Musik, kalmykischen Tänzen und vielen süßen Köstlichkeiten, die zu kalmykischem Tee gereicht wurden, gab zahlreichen Interessierten die Möglichkeit, die faszinierende Kultur eines kleinen Volkes kennen zu lernen, das während der Sowjetzeit und besonders unter Stalin bittere Unterdrückung erfuhr.

 

Der Springboard-Beitrag zur Interkulturellen Woche war ein unerwartet großer Erfolg: es kamen so viele Anfragen von Schulen, dass leider nicht alle kommen konnten. Und es wurde ein Beitrag geleistet, dass in Erfurt die Kalmyken nicht mehr zu den „vergessenen“ Völkern gehören.

 

Dokumentation unter: www.uni-erfurt.de/springboard

Quelle: Universitätszeitschrift "Campus"