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Ph.D. Workshop

Nachfolge in Familienunternehmen

Workshop

Workshopkonzept (PDF)

"Gut zu hören, wie andere das machen ..."

Am 27. März und 17. April 2010 fanden in Freiburg und Dornburg (bei Jena) die ersten zwei Workshops zur Nachfolge in Familienunternehmen statt. Jeweils etwa zehn Unternehmerfamilien waren zumeist mit beiden Elternteilen und mehreren Kindern angereist, um sich gemeinsam einen Tag lang mit dem Thema "Nachfolge in der Familie" zu beschäftigen. Die Veranstaltung in Freiburg fand in den Räumlichkeiten der Gewerbeakademie statt, der zweite Workshop im Alten Schloss Dornburg, eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Thüringens.

"Die Aufteilung in Eltern- und Kindergruppen war sehr gut ..."

Der Workshop war so konzipiert, dass Eltern und Jugendliche neben gemeinsamen Einheiten einige Übungen auch getrennt bearbeiteten, nicht zuletzt, um den Austausch untereinander stärker zu fördern.


Von den Jugendlichen kreierte Gruppenskulptur 'Generationenwechsel'

"Ich habe einiges an Informationen mitgenommen, was man als Unternehmer braucht ..."

In der Workshopeinheit 'Wer bin ich?', ging es für die Jugendlichen darum, sich mit den eigenen Persönlichkeitseigenschaften, sowie Stärken und Schwächen zu befassen und diese in Bezug zur Nachfolge zu setzen.

"In dieser Runde konnten Diskussionen und Austausch sehr gut stattfinden. Die Gruppengröße war sehr angenehm ..."

In Anlehnung an die Methode des World-Café diskutierten die Eltern, was verschiedene Akteure und Institutionen konkret tun können, damit die eigenen Kinder erfolgreich nachfolgen können. Diese Betrachtung schloss sowohl Eltern und Kinder ein, aber auch Schulen und Universitäten, Politik, Unternehmensverbände etc.

Die Diskussionen verliefen in mehreren Gesprächsrunden, wobei sich für jede Runde die Gesprächspartner an den Tischen neu zusammenfanden. Es ging darum, Ideen aus der letzten Runde mit den neuen Tischnachbarn zu vernetzen und weiterzuentwickeln.

"Wenn ich höre, was die Kinder hier vortragen, mache ich mir keine Sorgen um die nächste Generation ..."

Parallel zur Diskussionsrunde der Eltern erarbeiteten die Jugendlichen notwendige Schritte und Unterstützungsmöglichkeiten verschiedener Akteure im Zuge der langfristigen Nachfolgeplanung.

"Für mich war überraschend, wie leicht es den Kindern fiel, die doch eigentlich ungerechte Position des Vaters anzunehmen ..."

In einer letzten Übung ging es darum, sich mit der Perspektive des anderen zu identifizieren (Eltern nahmen die Kinderperspektive ein, Kinder die der Eltern). Zu diesem Zweck wurde ein Rollenspiel vorbereitet, das viele mögliche Konfliktpunkte beinhaltete, wie sie in einer Unternehmerfamilie mit zwei Kindern, die vor einer Berufswahl und Nachfolgeentscheidung stehen, auftauchen könnten.

"Es ist schon hart, beide Eltern gegen sich zu haben. Es ist wie eine Wand, gegen die man mit sachlichen Argumenten gar nicht ankommt ..."

Jeweils ein 'Schauspieler' pro Gruppe wurde auserkoren, sich in dem Rollenspiel zu behaupten, während der Rest der Gruppe weitere Ideen auf Plakaten bereithielt, um im Sinne eines Improvisationstheaters seinen Abgeordneten mit diesen Argumenten zu unterstützen.

"Meine Erwartung, mich mit anderen austauschen zu können, sind vollkommen erfüllt worden ..."

Abschließend bewerteten Eltern und Kinder den Workshop, in dem sie die erzielten Ergebnisse mit den zu Beginn des Tages geäußerten Erwartungen verglichen. Frühzeitige und langfristige Nachfolgeplanung wurde von allen Teilnehmern als äußerst wichtiges Thema erachtet und der Workshop als gelungener Einstieg in die komplexe Thematik "Nachfolge in der Familie" bewertet.

Projekt

Schätzungen zufolge kommt es in den ca. 2.000.000 Familienunternehmen Deutschlands jährlich bei 70.000 bis 100.000 Unternehmen zum Wechsel an der Spitze. Die Zahl der Unternehmen, die von Familienmitgliedern weitergeführt werden, ist dabei rückläufig. Das vorliegende Forschungsvorhaben untersucht, welche Faktoren in der Entwicklung unternehmerischen Interesses bei potentiellen Unternehmensnachfolgern eine Rolle spielen. Unternehmerisches Interesse hat sich in Studien als die wichtigste frühe Voraussetzung für eine unternehmerische Berufsentscheidung herausgestellt. Im Fall Jugendlicher aus Unternehmerfamilien dürfte sich so beispielsweise die Frage entscheiden, ob sie ihre Ausbildung auf die Übernahme des elterlichen Unternehmens abstellen. Weitere mögliche Einflussfaktoren auf eine spätere Nachfolge sind der Erziehungsstil und die Beziehungsqualität innerhalb der Familie, ein ausgeprägtes unternehmerisches Traditionsbewusstsein der Jugendlichen sowie ein positives Rollenmodell durch die Eltern.

Studienergebnisse

Erste Ergebnisse der Befragung von 155 Familienunternehmen mit potenziellen Nachfolgern im Alter von 14-21 Jahren lesen Sie hier


Studie: Nachfolge in Familienunternehmen (PDF)

Projektleiter
E. Schmitt-Rodermund & E. Schröder, in Zusammenarbeit mit N. Arnaud

Presse
Deutschlandfunk, 20. Mai 2010
PDF & mp3



Webmanager: jacqueline.von.lipinski@uni-jena.de, Last updated: Mittwoch, 3. November 2010 14:16:51