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Evaluation des Programms nelecom - Neue Lernkulturen in Kommunen

nelecom (Neue Lernkultur in Kommunen) ist ein gemeindebasiertes Programm, das sich für die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen engagiert. Als Kooperation zwischen dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK), der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) fokussiert das Programm auf die Förderung sozio-emotionaler Kompetenz, Partizipation und Verantwortungsübernahme von Kindern und Jugendlichen, die Entfaltung einer auf individueller Förderung, wertschätzenden Beziehungen und regionaler Identität basierenden Lernkultur sowie die Vernetzung verschiedener Akteure und Institutionen der Bildungsarbeit.

Das Programm wurde in einem Pilotzeitraum von 03/2008 bis 3/2010 zunächst in vier Pilotkommunen Thüringens (Dingelstädt, Mühlhausen, Saalfeld, Schmölln/Altenburger Land) durchgeführt, wobei die Aktivitäten zur Förderung positiver Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit einer großen Bandbreite von Schulprojekten, Lesepatenschaften, Arbeitgemeinschaften, etc. von den Kommunen selbst festgelegt wurden. Das Programm wird durch eine wissenschaftliche Evaluation des Lehrstuhls für Entwicklungspsychologie der Universität Jena begleitet, um Aufschluss über die Akzeptanz und Durchführbarkeit (Prozessevaluation) sowie Wirksamkeit des Programms (Ergebnisevaluation) vor dem theoretischen Hintergrund der "Positiven Jugendentwicklung" zu erhalten. Die Evaluationsergebnisse, die im Folgenden zusammenfassend dargestellt sind, liefern wichtige Hinweise für die flächendeckende Implementierung des Programms in Thüringen, die im Rahmen einer Transferphase angestrebt wird.

Evaluationsdesign

Die Evaluationsstudie setzt ein längsschnittliches Design mit Versuchsgruppe (Pilotkommunen, VG) sowie zwei Kontrollgruppen (Wartegruppe, KG/A und reine Kontrollgruppe, KG/B) um. In die Evaluation wurden Kinder und deren Eltern aus Kindertagesstätten und Grundschulen sowie SchülerInnen aus Regelschulen und Gymnasien einbezogen.

Evaluationsinstrumente

Die Messinstrumente, die in der Evaluationsstudie zur Erhebung von Entwicklungsressourcen erstmals in Deutschland eingesetzt wurden (Developmental Asset Profile bei Jugendlichen in Regelschule und Gymnasium sowie der analoge Elternbericht für Grundschul- und Kindergartenkinder), haben sich sehr gut bewährt.

mehr zu den Messinstrumenten

Evaluationsergebnisse

Akzeptanz und Durchführbarkeit des nelecom Programms (Prozessevaluation)

Nach einer längeren Orientierungs- und Strukturierungsphase der Pilotkommunen stieg vom Jahr 2008 bis 2009/2010 die Anzahl an Initiativen, die verwirklicht werden konnten, um positive Erfahrungen für Kinder und Jugendliche, Partizipation und Wertschätzung zu ermöglichen, in den Gemeinden erheblich an. Angebote für jüngere Kinder und solche, die die breite Masse erreichen, werden in der weiteren Umsetzung von nelecom noch stärker verfolgt.

mehr zur Prozessevaluation

Wirksamkeit des nelecom Programms (Ergebnisevaluation)

Vor dem Start des nelecom Programms berichten Eltern und Kinder (sowie Jugendliche) vermehrt geringe Entwicklungsressourcen hinsichtlich der konstruktiven Nutzung von Zeit und gemeindebasierter Unterstützungsangebote. Das Programm nelecom mit seinem Schwerpunkt auf gemeindebasierten Förderangeboten für Kinder und Jugendliche setzt folglich bedarfsorientiert genau an der richtigen Stelle an.

mehr zur Ergebnisevaluation 1. Teil

Das Programm nelecom hat positive Effekte: Insbesondere RegelschülerInnen nehmen über die Zeit vermehrt kommunale Entwicklungsressourcen wahr. Außerdem entwickelten sie sich positiver im Hinblick auf das Klassenklima, Kontakt zu normabweichenden Peers und Substanzkonsum als SchülerInnen der Kontrollgruppe. Die Effekte werden nicht durch Geschlecht oder Alter moderiert, d.h. sie treffen für diese Gruppen gleichermaßen zu.

mehr zur Ergebnisevaluation 2. Teil

Veröffentlichungen

  • Weichold, K. & Silbereisen, R. K. (2007). Positive Jugendentwicklung und Prävention. In B. Röhrle (Ed.), Prävention und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche (S. 103-126). Tübingen: DGTV-Verlag.

Nelecom - Homepage

Projektleiter
K. Weichold und Silbereisen, R. K., in Zusammenarbeit mit E. Schröder


Webmanager: jacqueline.von.lipinski@uni-jena.de, Last updated: Freitag, 29. April 2011 09:32:00