Friedrich-Schiller-Univeristät Jena
StartLehrstuhl für Entwicklungspsychologie
Neuigkeiten
Lehre
Diplomarbeiten und Dissertationen
Forschung
Personal
Publikationen
Penn State Austausch
CADS
ERASMUS

Individuelle und soziale Ressourcen zur Bewältigung des sozialen Wandels: Entwicklung und psychosoziale Effekte

In diesem Projekt soll die Entwicklung von individuellen und sozialen Ressourcen bei der Bewältigung der längerfristigen Folgen der deutschen Vereinigung vom Jugendalter bis zum mittleren Erwachsenenalter untersucht werden. Vorgesehen ist eine Kombination von querschnittlichem und längsschnittlichem Design. Hierbei ist anfangs eine querschnittliche repräsentative Befragung von 13- bis 42-Jährigen vorgesehen. Anhand der Merkmalskombination von Betroffenheit von sozialem Wandel (niedrig versus hoch) und dem Ausmaß von Ressourcen (niedrig versus hoch) werden anschließend aus den Teilnehmern der Querschnittstudie vier Teilgruppen ausgewählt und über zwei weitere Messzeitpunkte hinweg jeweils im Jahresabstand im Längsschnitt befragt.

Ausgehend von einem theoretischen Modell über die Entwicklung und Wirkung von Ressourcen und Bewältigungsprozessen bei der Auseinandersetzung mit sozialem Wandel, stehen am Anfang der geplanten Analysen Auswertungen zur Verbreitung von wandelbezogenen Anforderungen, Bewältigungsprozessen und Ressourcen, und wie weit diese in Abhängigkeit von Alter, geografischer Herkunft (z. B. Ost-West-Vergleich, Nord-Süd-Vergleich; regionale Unterschiede) und im Zeitvergleich variieren. Hierbei wird u. a. erwartet, dass junge Erwachsene über die stärksten Ressourcen zur Bewältigung sozialen Wandels verfügen, während später mit dem Eingehen von Festlegungen (z. B. in Beruf und Familie) die Offenheit für sozialen Wandel und die Flexibilität bei dessen Bewältigung wieder geringer werden. Da Ostdeutsche vor der deutschen Einheit einerseits unter stärker stabilen gesellschaftlichen Bedingungen lebten (und damit weniger Kompetenzen zum Umgang mit sozialen Wandel erwerben konnten), andererseits aber im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung und deren Folgen ein höheres Ausmaß sozialen Wandels als Westdeutsche verarbeiten mussten (und damit mehr Gelegenheiten hatten, Ressourcen zur Bewältigung des Wandels zu erwerben), soll im Rahmen des Projekts untersucht werden, welche Ost-West-Unterschiede in der Ausprägung der Bewältigungsressourcen bestehen. Ausgehend davon, dass im Rahmen der Konfrontation mit sozialem Wandel auch die individuellen und sozialen Ressourcen einem Wandel unterliegen, wird über den Vergleich mit zwei 1991 und 1996 erhobenen Querschnittstudien des Antragstellers für ausgewählte Ressourcen untersucht, wie stark sich deren Ausprägung seit der Wiedervereinigung verändert haben.

Im Anschluss daran werden sowohl bivariate als auch multivariate Zusammenhänge zwischen erlebtem sozialen Wandel, Ressourcen, retrospektiv erfassten Entwicklungsbedingungen dieser Ressourcen (wie z. B. eigene und stellvertretende Sozialisationserfahrungen, Ausmaß der Konfrontation mit sozialem Wandel, Bedingungen der Herkunftsfamilie etc.), Bewältigungsprozessen und Ergebnisvariablen (also Merkmalen der psychosozialen Anpassung) untersucht, wobei die Testung des von uns entwickelten Modells mittels Strukturgleichungsverfahren sowie hierarchische Mehrebenenanalysen erfolgen. Da Querschnittstudien nicht die Identifikation der Wirkrichtung zwischen Variablen erlauben und mit ihnen keine differentiellen Veränderungsprozesse identifiziert werden können, werden im Rahmen des Längsschnitts sowohl prospektiv Bedingungen der Veränderung der Bewältigungsressourcen untersucht als auch Zusammenhänge der Bewältigungsressourcen mit Indikatoren der erfolgreichen Lebensgestaltung. Zusammenhänge zwischen Ressourcen, Bewältigungsprozessen und der erfolgreichen psychosozialen Entwicklung sollen in der Langfristperspektive in Interventionsstudien, welche die Förderung der Ressourcen anzielen, vertiefend untersucht werden.

Dieses Projekt ist Teil des DFG-Sonderforschungsbereichs 580 Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch. Diskontinuität, Tradition und Strukturbildung. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Sonderforschungsbereichs 580.

Handout

Publikationsliste

Projektleiter
Silbereisen, R. K.


Webmanager: jacqueline.von.lipinski@uni-jena.de, Last updated: Mittwoch, 11. Februar 2009 10:01:46