Bösartige Tumoren werden in der Medizin entsprechend verschiedener Kriterien wie Tumorgröße, Ausdehnung und Befall von Nachbarorganen in Stadien eingeteilt.
Für das Zervixkarzinom gibt es zwei Klassifikationen nach:

In der folgenden Übersicht sind die einzelnen Stadien des Zervixkarzinoms entsprechend FIGO- und TNM-Einteilung aufgeführt, unterhalb der Tabelle wird noch ein Beispiel für eine Klassifikation erläutert, wie sie in feingeweblichen Befunden häufig angegeben wird:

TNM

FIGO

 

TX

 

Primärtumor kann nicht beurteilt werden.

T0

 

Kein Anhalt für Primärtumor

Tis

0

Carcinoma in situ

T1

I

Karzinom ist streng auf die Cervix uteri begrenzt (die Ausdehnung auf das Corpus uteri bleibt unberücksichtigt)

T1a

IA

Invasives Karzinom, das lediglich mikroskopisch identifiziert wird. Alle makroskopisch erkennbaren Läsionen - sogar mit oberflächlicher Invasion - werden dem Stadium IB-Karzinomen zugerechnet. Die Invasion ist begrenzt auf eine gemessene Stroma-Invasion mit einer maximalen Tiefe von 5 mm und einer Oberflächenausdehnung von nicht mehr als 7 mm.

T1a1

IA

Gemessene Stroma-Invasion von nicht mehr als 3 mm in der Tiefe und einer Oberflächenausdehnung von nicht mehr als 7 mm.

T1a2

IA

Gemessene Stroma-Invasionstiefe von mehr als 3 mm und nicht mehr als 5 mm bei einer Oberflächenausdehnung von nicht mehr als 7 mm.

T1b

IB

Klinisch erkennbare Läsionen, begrenzt auf die Cervix uteri oder subklinische Läsionen mit größeren Maßen als Stadium IA.

 

IB1

Klinisch erkennbare Läsionen, nicht größer als 4 cm.

 

IB2

Klinisch erkennbare Läsionen, größer als 4 cm.

T2

II

Zervixkarzinom infiltriert jenseits des Uterus, aber nicht bis zur Beckenwand und nicht bis zum unteren Drittel der Vagina

T2a

IIA

Ohne Infiltration des Parametriums. Infiltration des oberen 2/3 der Vagina.

T2b

IIB

Mit Infiltration des Parametriums aber keine Ausbreitung zur Beckenwand.

T3

III

Zervixkarzinom breitet sich bis zur Beckenwand aus und befällt das untere Drittel der Vagina und verursacht Hydronephrose oder stumme Niere.

T3a

IIIA

Tumor befällt unteres Drittel der Vagina, keine Ausbreitung zur Beckenwand.

T3b

IIIB

Tumor breitet sich bis zur Beckenwand aus oder verursacht Hydronephrose oder stumme Niere.

T4

IV

Tumor infiltriert Schleimhaut von Blase oder Rektum und/oder überschreitet die Grenzen des kleinen Beckens.

T4

IVA

Ausbreitung auf angrenzende Organe des Beckens.

T4

IVB

Ausbreitung auf entfernte Organe.

In den Berichten der feingeweblichen Untersuchungen werden o.g. Kriterien benutzt, um ein Stadium des Tumors anzugeben. Zusätzlich werden auch Ergebnisse anderer Untersuchungen (z.B. Röntgen) zur Festlegung des Stadiums mit einbezogen. Weiterhin ist für die Charakterisierung des Tumors wichtig anzugeben, ob es Tumorabsiedelungen in Lymphknoten oder anderen Organen gibt. Diese Angaben sind wichtig, um die Prognose abzuschätzen und weitere Behandlungsschritte zu planen.
Im Folgenden ein Beispiel für eine Tumorklassifikation:

pT1a2 pN0 Mx L1 V0
     
Einbruch in Lymph- und Blutgefäße ?
Einbruch in Lymphgefäße vorhanden (L1), aber nicht in Blutgefäße (V0).
    Metastasierungsstatus (M)
Nachweis von Tumorabsiedelungen in anderen Organen unbekannt (Mx).
  Lymphknotenstatus (N)
feingeweblich (p) kein Nachweis von Tumorabsiedelungen in den entnommenen Lymphknoten (N0).
Tumorstadium (T)
Gemessene Stroma-Invasionstiefe von mehr als 3 mm und nicht mehr als 5 mm bei einer Oberflächenausdehnung von nicht mehr als 7 mm.